Der Ukraine ist ein symbolträchtiger Schlag gegen die russische Marine gelungen. Mehrere ukrainische Drohnen haben die Korvette „Bojki“ im Hafen von Kronstadt bei St. Petersburg getroffen und in Brand gesetzt. Dies belegen Satellitenaufnahmen, die die Löscharbeiten an dem Kriegsschiff zeigen.
Angriff im Trockendock
Nach Angaben des ukrainischen Kommandeurs Robert „Magyar“ Brovdy erfolgte der Angriff am frühen Morgen um 6.35 Uhr, während die „Bojki“ in einem Trockendock des Hafens von Kronstadt lag. Das Schiff befand sich seit Februar 2026 dort in Wartung. Videoaufnahmen zeigen, wie mehrere Drohnen auf das Schiff einschlagen. Beim zweiten Treffer war bereits ein Feuer an Bord zu sehen.
Satellitenbilder bestätigen Schäden
Satellitenaufnahmen dokumentieren die Folgen des Angriffs: Eine Rauchsäule über der Korvette und Wasserstrahlen, mit denen die Löscharbeiten vom Dock aus durchgeführt werden. Die ukrainischen Drohnenstreitkräfte veröffentlichten die Aufnahmen am Mittwoch, die in sozialen Netzwerken große Verbreitung fanden. Auch OSINT-Accounts teilten die Bilder und bestätigten die Koordinaten des Trockendocks.
Selenskyj bestätigt Attacke
Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte den Angriff auf den Hafen von Kronstadt. „Auch rein militärische Ziele im Stützpunkt Kronstadt wurden getroffen“, erklärte er. Von russischer Seite gab es zunächst keine Bestätigung. Unklar bleibt, welche Schäden genau entstanden sind und ob es Tote oder Verletzte gab.
Korvette „Bojki“ der Stereguschtschi-Klasse
Bei der „Bojki“ handelt es sich um eine Mehrzweckkorvette der Stereguschtschi-Klasse. Neun dieser etwa 100 Meter langen Schiffe sind bei der russischen Marine im Dienst, weitere befinden sich im Bau. Sie dienen dem Schutz der 200-Meilen-Wirtschaftszone, etwa gegen Piraterie oder Terrorgefahren, und können zur Flug- und U-Boot-Abwehr eingesetzt werden.
Die „Bojki“ gehört zur russischen Ostseeflotte und ist in Europa kein unbekanntes Schiff. Insbesondere die britische Royal Navy kennt die Korvette: Sie hat mehrfach russische Schiffe durch den Ärmelkanal begleitet, stets unter strenger Beobachtung britischer Kriegsschiffe.
Historisch bedeutsames Ziel
Der Angriff auf ein Schiff im Hafen von Kronstadt trifft die russische Marine ins Mark. Die Festung auf einer Insel im finnischen Meerbusen gilt seit dem 18. Jahrhundert als Schutzschild der einstigen russischen Hauptstadt vor Angriffen von See. Im Jahr 1917 wagten hier Kronstädter Matrosen einen Aufstand, der ein entscheidender Moment der Oktoberrevolution war und den Grundstein für die spätere Sowjetunion legte.



