US-Militär erklärt Angriffswelle für beendet
Das US-Militär hat nach eigenen Angaben seine jüngste Angriffswelle gegen Ziele im Iran als „erfolgreich“ abgeschlossen. Das Regionalkommando Centcom teilte in den frühen Morgenstunden auf der Plattform X mit, dass unter anderem militärische Kommandozentralen, Raketen- und Drohnenanlagen sowie Küstenüberwachungs- und Verteidigungsanlagen bombardiert worden seien. Die „schwere“ Angriffswelle sei eine direkte Reaktion auf die versuchten iranischen Raketenangriffe auf US-Truppen in der Region am Vortag gewesen.
Die iranischen Revolutionsgarden hingegen erklärten über den staatlichen Rundfunk, ihr Angriff habe einer US-Militärbasis in Jordanien gegolten. Centcom versicherte, sämtliche Raketen seien abgefangen worden. Die erneuten Angriffe erfolgten, nachdem das US-Militär seine tagelangen Angriffe auf den Iran kurzzeitig pausiert hatte.
Neue US-Sanktionen und Luftschläge gegen proiranische Milizen
Parallel zu den Militäraktionen verhängten die USA neue Sanktionen gegen den Iran. Das US-Finanzministerium gab bekannt, dass die Strafmaßnahmen acht Tanker und zehn Unternehmen betreffen, darunter sechs mit Sitz in China. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor in einem Interview mit Fox News harte Vergeltungsmaßnahmen angekündigt und wörtlich gesagt: „We're going to beat the fucking shit out of them.“ Trump bezog sich dabei auf die iranischen Raketenangriffe auf US-Streitkräfte in der Nacht zuvor.
Zudem führten die USA gemeinsam mit Saudi-Arabien Luftangriffe gegen proiranische Milizen im Irak durch. Ziel seien Logistik- und Waffenlager im Osten des Landes gewesen, so Centcom. Die irakische Regierung berief daraufhin eine Notfallsitzung des Sicherheitsrats ein. Die sogenannten Volksmobilisierungskräfte (PMF) meldeten 20 getötete und 32 verletzte Kämpfer.
Drohnenangriff auf US-Gastanker in Ägypten
Ein weiterer Vorfall erschütterte die Region: Im ägyptischen Mittelmeerhafen Damietta traf eine Drohne den US-Gastanker „Energos Winter“. Die britische Sicherheitsfirma Ambrey berichtete, dass das Schiff, ein schwimmendes Tank- und Regasifizierungsschiff der US-Firma Energos Infrastructure, in Brand geriet. Das Feuer griff auf ein zweites Schiff, die „Gaslog Salem“, über. Das ägyptische Ölministerium bestätigte die Brände, erwähnte jedoch keinen Drohnenangriff. Verletzte gab es keine. Sicherheitskreisen zufolge schürt der Vorfall die Sorge vor einer weiteren Ausweitung des seit fünf Monaten tobenden Iran-Kriegs.
Ölpreise steigen drastisch
Die Eskalation trieb die Ölpreise in die Höhe. Ein Barrel der Nordseesorte Brent verteuerte sich um sieben Prozent auf mehr als 90 Dollar. US-Öl WTI notierte rund sechs Prozent fester. Bereits zuvor hatten die Preise im Wochenverlauf nachgegeben, doch die neuen Gefechte und Trumps Drohungen kehrten den Trend um.
Huthi-Miliz erwägt Gebühren im Roten Meer
Die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz im Jemen erwägt offenbar die Einführung von Gebühren für die Durchfahrt von Handelsschiffen durch die strategisch wichtige Meerenge Bab al-Mandab. Laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen wurde der Plan bei einem Treffen in Teheran erörtert, um den Druck auf die USA zu erhöhen. Ein arabischer Vertreter berichtete, dass iranische Berater in den Jemen gereist seien, um den Aufbau einer entsprechenden Behörde zu unterstützen. Eine Schließung oder Behinderung der Durchfahrt würde Saudi-Arabien einer wichtigen Alternativroute zur Straße von Hormus berauben und die Furcht vor Ölversorgungsengpässen verstärken.
Wirtschaftliche Not im Iran
Die anhaltende Krise belastet die iranische Bevölkerung schwer. Laut staatlichem Rundfunk Irib sind die Preise im vergangenen Jahr um 66 Prozent gestiegen. Die Nachrichtenagentur Tasnim berichtete zudem von einem starken Preisanstieg für medizinische Dienstleistungen. Krankenhäuser seien überfüllt, vor Fachambulanzen bildeten sich lange Warteschlangen.
Diplomatie und internationale Reaktionen
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu traf US-Präsident Trump im Weißen Haus zu einem knapp 90-minütigen Gespräch, das er als „eines der besten“ bezeichnete. Netanjahu drängte darauf, dass die USA im Iran-Krieg involviert bleiben, während Trump nach eigener Aussage auf eine diplomatische Lösung hinarbeitet. Trump drohte jedoch, bei einem Scheitern der Gespräche auch das iranische Tunnelsystem „Pickaxe Mountain“ anzugreifen.
Der irakische Ministerpräsident Ali al-Saidi sagte einen geplanten Besuch beim saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman ab – als Reaktion auf die gemeinsamen US-saudischen Angriffe auf proiranische Milizen im Irak. Die irakische Miliz Harakat Hisbollah al-Nudschaba drohte daraufhin mit Konsequenzen für die USA und Saudi-Arabien.
Unterdessen schlug der Iran dem Oman eine Übergangslösung zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus vor, lehnte jedoch einen omanischen Gegenvorschlag ab. Vize-Außenminister Kasem Gharibabadi drohte, die Meerenge geschlossen zu halten, falls kein Einvernehmen erzielt werde.
Die Jordanische Flugabwehr fing nach Militärangaben fünf iranische Raketen ab. Das Pentagon führte eine neue Opferstatistik ein, die die Toten und Verletzten der jüngsten Kämpfe unter der Bezeichnung „Overseas Operations“ erfasst, nachdem die bisherige Operation „Epic Fury“ für abgeschlossen erklärt wurde.



