Zwei Tote bei russischen Bombenangriffen auf Kramatorsk – Korruptionsvorwürfe in Ukraine
Zwei Tote bei russischen Bombenangriffen auf Kramatorsk

Bei russischen Bombenangriffen auf die ostukrainische Stadt Kramatorsk sind mindestens zwei Menschen getötet und eine weitere Person verletzt worden. Der Militärgouverneur des Gebiets Donezk, Wadym Filaschkin, teilte auf Telegram mit, die russische Luftwaffe habe drei Gleitbomben abgeworfen. Kramatorsk liegt nur etwas mehr als zwölf Kilometer von der Frontlinie entfernt. Filaschkin forderte die verbliebenen Einwohner erneut zur Flucht aus den frontnahen Gebieten auf.

Korruptionsvorwürfe trotz gerichtlichen Verbots veröffentlicht

In der Ukraine haben sich acht große Medienhäuser einem gerichtlichen Verbot widersetzt und über Korruptionsvorwürfe im Umfeld des Direktors der Ermittlungsbehörde SBI berichtet. Das Medienhaus Suspilne erklärte: „Wir betrachten dieses Verbot als einen eklatanten Akt der Zensur.“ Die Investigativplattform „Slidstvo.Info“ und die Anti-Korruptions-Organisation Antac hatten zu Immobiliengeschäften des Bruders von SBI-Chef Oleksyj Suchatschow recherchiert, der 143 Immobilien erworben haben soll. Anfang Juli hatte ein Gericht die Veröffentlichung untersagt, was das Komitee zum Schutz von Journalisten als „beispielloses juristisches Manöver“ kritisierte. Korruption gilt als eines der größten Hindernisse für die EU-Beitrittsbemühungen der Ukraine.

Treibstoffkrise und Seeblockade belasten russische Landwirte

Russische Landwirte haben trotz einer guten Ernte mit massiven Problemen zu kämpfen. Eine landesweite Treibstoffkrise und die militärische Eskalation im Asowschen Meer setzen die Betriebe unter Druck. Die Landwirtin Ljubow Fedortschenko aus der Region Rostow sagte: „Alles steht still. Gerste – Stillstand. Weizen – Stillstand.“ Wegen Beschränkungen für die Schifffahrt als wichtigsten Exportweg seien Kaufangebote praktisch versiegt. Die Treibstoffkrise ist eine Folge monatelanger ukrainischer Drohnenangriffe auf russische Raffinerien. Die russische Landwirtschaftsministerin Oksana Lut räumte Probleme ein, versprach aber staatliche Lieferungen. Experte Andrej Sisow von SovEcon sagte, Russland könne fünf bis zehn Millionen Tonnen Weizen weniger exportieren, wenn das Asowsche Meer nicht geöffnet werde. Die Dieselpreise führten bereits zu Verlusten von rund 1000 Rubel (etwa elf Euro) pro Tonne Getreide.

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Ukrainische Drohnenangriffe auf russische Schiffe und Logistik

Die ukrainischen Drohnentruppen haben nach eigenen Angaben 13 weitere russische Schiffe getroffen, womit die Gesamtzahl auf 172 steigt. Der Chef der Drohnentruppen, Robert Browdi, teilte mit, dass die „Flottenjagd“ Moskau dazu zwinge, Drohneneinheiten von der Front abzuziehen, um den Schiffsverkehr zu schützen. Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf ein Logistikzentrum in Kotowsk, Region Tambow, wurden nach Angaben von Gouverneur Jewgeni Perwijschow sieben Menschen getötet und 24 verletzt. In Moskau wurden laut Bürgermeister Sergej Sobjanin 370 Drohnen abgewehrt, 64 davon im Anflug auf die Stadt. Auf der von Russland annektierten Krim wurden bei einem Drohnenangriff zwei Menschen getötet, wie der eingesetzte Verwaltungschef Sergej Aksjonow mitteilte.

Russischer Angriff auf Hafen Odessa – Todesopfer und Schäden

Bei einem russischen Angriff auf den Hafen von Odessa ist ein Mensch getötet worden, drei weitere wurden verletzt. Regionalgouverneur Oleh Kiper teilte mit, ein Schiff unter der Flagge von Antigua und Barbuda sei getroffen worden. Hafeneinrichtungen wie Gebäude, Lagertanks und Lagerhäuser wurden beschädigt. Bereits am Vortag war ein Frachter unter der Flagge der Marschallinseln beschädigt worden, wobei vier Besatzungsmitglieder verletzt wurden. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, die Angriffe hätten Häfen in Odessa, Piwdennyj und Mykolajiw gegolten.

Proteste in Kiew nach Ablösung von Verteidigungsminister Fedorow

In Kiew protestierten erneut tausende Menschen gegen die Ablösung des beliebten Verteidigungsministers Mychailo Fedorow, der am Mittwoch im Rahmen einer Regierungsumbildung zurückgetreten war. Demonstranten schwenkten ukrainische Flaggen und riefen „Bringt Fedorow zurück!“ Fedorow hatte die Digitalisierung der Streitkräfte und den Drohneneinsatz vorangetrieben sowie die Bezüge von Soldaten erhöht.

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Rumänien kauft Radarsysteme und Hubschrauber für eine Milliarde Euro

Rumänien hat den Kauf von zwölf Airbus-Mehrzweckhubschraubern für 757 Millionen Euro und zwölf Radarsystemen des Typs Ground Master 200 MM/A von Thales für 247 Millionen Euro bekannt gegeben. Verteidigungsminister Radu Miruta sagte, die Radarsysteme würden dringend benötigt, um auf Drohnen in niedriger Höhe zu reagieren. Die Auslieferung soll bis 2030 abgeschlossen sein. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs kam es in Rumänien immer wieder zu Luftraumverletzungen und Drohnenabstürzen.

EU verhängt Sanktionen gegen Drohnenhersteller – Wadephul für Bereichsausnahme

Die EU hat Sanktionen gegen die russische Managerin Irina Charissowa und fünf Unternehmen der ABS Electro-Gruppe verhängt, die elektronische Bauteile für Drohnen produziert. Die Maßnahmen umfassen das Einfrieren von Vermögenswerten und ein Einreiseverbot. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) sprach sich dafür aus, die Ukraine-Hilfen als Bereichsausnahme von der Schuldenbremse zu definieren. Er halte das für eine sinnvolle Idee, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Der scheidende deutsche Botschafter in Moskau, Alexander Graf Lambsdorff, sieht bei Putin keinen ernsthaften Willen zu Verhandlungen und warnte vor einer möglichen zweiten Mobilmachung in Russland.