Eine 35-jährige Frau aus Großbritannien erlitt nach der Geburt ihrer Tochter einen Schlaganfall, weil sie vermutlich zu stark presste. Wie die Nachrichtenseite „Liverpool Echo“ berichtet, verspürte Angharad Pulford beim Füttern ihrer neugeborenen Tochter Aoife einen stechenden Schmerz in der Stirn und im linken Bein. „Der Schmerz war so stark, ich dachte: ‚So fühlt es sich an, angeschossen zu werden‘“, sagte sie.
Als sie aufstehen wollte, um das Baby ins Bett zu legen, bemerkte sie, dass ihr Bein taub war. Zunächst dachte sie, dies liege an einer ungünstigen Sitzposition. Am nächsten Tag brach die zweifache Mutter beim Frühstückzubereiten zusammen. Obwohl ihr Mann sich sorgte, dachte sie nicht an einen ernsten Vorfall.
Da Pulford wenig Alkohol trinkt, nicht raucht und nicht übergewichtig ist, dauerte es vier Tage, bis die Diagnose feststand: Sie hatte einen Schlaganfall erlitten. „Sie glauben, dass ich bei der Geburt möglicherweise zu fest gepresst habe, sodass eine meiner Halsschlagadern gerissen ist“, erklärt die heute 39-Jährige.
Besonders verblüffend war das junge Alter der Patientin. Internationale Studien belegen jedoch, dass das Schlaganfall-Risiko bei jungen Menschen steigt. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre stieg die Zahl der Schlaganfälle bei 18- bis 34-jährigen Frauen um 32 Prozent, bei Männern um 15 Prozent. Gründe können ein ungesunder Lebensstil mit Rauchen, Alkoholkonsum und Übergewicht sein.
Nach der Diagnose war Pulford 18 Tage in verschiedenen Kliniken stationiert und auf den Rollstuhl angewiesen. Sie musste das Laufen und Treppensteigen neu erlernen. Das Halten ihrer Tochter übte sie mit einer Puppe. „Es war, wie in die Luft geschleudert zu werden und frei zu fallen“, berichtet sie. Sie kämpfte mit Einsamkeit und der körperlichen Umstellung.
Mittlerweile fühlt sich die 39-Jährige fast wieder wie vor dem Schlaganfall und möchte anderen Betroffenen helfen. Ende Januar wurde sie mit dem „Life After Stroke Award“ ausgezeichnet.



