Die islamistische Terrororganisation Hamas hat einen neuen Führer: Khalil al-Hayya. Wie die Organisation am Montag mitteilte, setzte er sich bei einer internen Wahl gegen seinen Rivalen Khaled Mashal durch. Al-Hayya tritt damit die Nachfolge von Yahya Sinwar an, der im Oktober 2024 bei einem israelischen Angriff getötet wurde. Seitdem wurde die Hamas von einem fünfköpfigen Führungsrat geleitet, dem auch al-Hayya angehörte.
Wer ist Khalil al-Hayya?
Al-Hayya, geboren im Gazastreifen, hält sich überwiegend in Katar auf. Er ist der wichtigste Unterhändler der Hamas bei den Verhandlungen über eine dauerhafte Friedensregelung für den Gazastreifen. Im vergangenen Jahr überlebte er einen israelischen Luftangriff auf die Führungsspitze der Hamas in Doha. Nach Angaben der Hamas schlug die Attacke fehl, doch vier seiner Söhne wurden bei israelischen Angriffen getötet, darunter einer bei dem Angriff in Doha.
Interne Wahl und Konkurrenz
Bei der internen Wahl setzte sich al-Hayya gegen Khaled Mashal durch, der die Hamas bereits von 1996 bis 2017 führte und ebenfalls in Doha lebt. Mashal überlebte 1997 nur knapp einen Mordanschlag des israelischen Geheimdienstes Mossad. Al-Hayya übernimmt die Führung fast zwei Jahre nach Sinwars Tod. Israel hatte zuvor mehrere Spitzenvertreter der Hamas getötet, darunter 2024 den politischen Führer Ismail Haniyyeh in Teheran.
Aktuelle Lage im Gazastreifen
Seit Oktober 2025 herrscht im Gazakrieg eine Waffenruhe, doch immer wieder kommt es zu tödlichen Angriffen und Konfrontationen. Der Friedensplan von US-Präsident Donald Trump sieht eine Entwaffnung der Hamas vor, die bisher nicht umgesetzt wurde. Israel kontrolliert weiterhin mehr als die Hälfte des Gazastreifens. Der Hamas gelang es seit Beginn der Waffenruhe, ihre Herrschaft in den von ihr kontrollierten Gebieten wieder zu festigen. Al-Hayya steht nun vor der Herausforderung, die Organisation in dieser fragilen Phase zu führen und die Verhandlungen über eine dauerhafte Friedensregelung voranzutreiben.



