Wer eine Reise in die Golfregion gebucht hat, muss umdenken. Die meisten Reisewarnungen des Auswärtigen Amts sind aufgehoben. Damit entfällt in vielen Fällen auch die Möglichkeit, kostenlos von einer Reise zurückzutreten.
Aktuelle Lage in der Golfregion
Zwar rät das Auswärtige Amt laut TRAVELBOOK (gehört ebenfalls zu Axel Springer) für mehrere Staaten der Region weiterhin dringend zur Vorsicht. Für Länder wie die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Oman, Bahrain oder Jordanien gilt aber derzeit keine Reisewarnung mehr. Reisen dorthin können deshalb grundsätzlich stattfinden.
Das hat direkte Folgen für Urlauber. Nach Angaben des ADAC reicht die Sorge vor einer Reise in die Golfregion allein nicht aus, um kostenlos zu stornieren. Wer ohne Kosten zurücktreten möchte, muss nachweisen können, dass die Reise oder ein Umstieg tatsächlich erheblich beeinträchtigt ist.
Lage bleibt unsicher
Entwarnung bedeutet allerdings nicht, dass die Situation stabil wäre. In seinen Sicherheitshinweisen betont das Auswärtige Amt, die Lage bleibe „höchst volatil“ – also schwankend und unberechenbar. Eine erneute Verschärfung könne ebenso wenig ausgeschlossen werden wie Einschränkungen im Flugverkehr.
Nach Angaben der Behörde gab es auch nach der Waffenruhe vom 8. April 2026 vereinzelt weitere Angriffe in der Region. Zudem bestehe weiterhin eine erhöhte abstrakte Gefahr terroristischer Anschläge.
Davon betroffen sind nicht nur Reisende in die Golfstaaten selbst. Viele Deutsche nutzen Drehkreuze wie Dubai, Abu Dhabi, Muskat oder Doha für Weiterflüge nach Australien, Neuseeland oder zahlreiche asiatische Ziele. Auch dort weist das Auswärtige Amt auf mögliche Auswirkungen durch Luftraumsperrungen und Flugausfälle hin.
Flugverkehr läuft wieder an
Gleichzeitig hat sich die Lage im Luftverkehr deutlich entspannt. Nach Angaben des ADAC wurde der Regelbetrieb an vielen wichtigen Drehkreuzen wieder aufgenommen. In den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden sämtliche Einschränkungen aufgehoben, auch andere Staaten haben ihren Flugverkehr weitgehend normalisiert.
Trotzdem reagieren einige Airlines weiterhin vorsichtig. Die Lufthansa-Gruppe hat mehrere Verbindungen in die Region vorerst ausgesetzt. Betroffene Kunden können ihre Flüge umbuchen oder erhalten ihr Geld zurück.
Qatar Airways und Emirates bieten ebenfalls Sonderregelungen für bestimmte Buchungen an. Welche Möglichkeiten bestehen, hängt dabei vom Buchungsdatum und der jeweiligen Verbindung ab.
Veranstalter setzen auf Umbuchungen
Bei Reiseveranstaltern gibt es unterschiedliche Regelungen. Dertour erlaubt für bestimmte Reisen mit Anreise bis einschließlich 15. Juni 2026 eine kostenlose Umbuchung auf gleichwertige Angebote. Für reine Transitreisen über die großen Nahost-Drehkreuze gilt diese Sonderregelung jedoch nicht mehr.
Eurowings Holidays bietet unabhängig von der Nahost-Lage flexible Optionen an. Kunden können ihre Reise bis 14 Tage vor Abreise kostenlos stornieren oder umbuchen.
Bei vielen anderen Veranstaltern gelten inzwischen wieder die normalen Bedingungen. Wer seine Reise verschieben möchte, ist deshalb meist auf individuelle Kulanz angewiesen. Die zentrale Änderung für Urlauber bleibt: Ohne Reisewarnung gibt es in der Regel auch kein automatisches Recht auf eine kostenlose Stornierung.



