Neue Explosionen im Iran: Tanker in der Straße von Hormus angegriffen
Neue Explosionen im Iran: Tanker in der Straße von Hormus angegriffen

In der neunten Nacht in Folge haben die USA und der Iran ihre gegenseitigen Angriffe im Nahen Osten fortgesetzt. Nach Beginn einer erneuten Angriffswelle des US-Militärs auf Ziele im Iran meldeten örtliche Medien Explosionen in mehreren Gebieten des Landes. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete von Explosionen in der Stadt Täbris im Norden, der Hafenstadt Tschahbahar am Golf von Oman, in Konarak in der südöstlichen Provinz Sistan-Belutschistan, der Hafenstadt Mahschahr in der Provinz Chuzestan sowie der Hafenstadt Bandar Imam Chomeini am Persischen Golf.

US-Militär greift an, um Handelsschiffe zu schützen

Das US-Militär erklärte, die Angriffe dienten dazu, iranische Attacken auf Handelsschiffe in der strategisch wichtigen Straße von Hormus zu unterbinden. Die jüngste Angriffswelle begann um 19 Uhr US-Ostküstenzeit (2.30 Uhr Ortszeit im Iran), wie das US-Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mitteilte. Ziel sei es, die militärischen Fähigkeiten des Iran weiter zu schwächen, die für Angriffe auf Handelsschiffe und zivile Seeleute in der Straße von Hormus eingesetzt würden. Der Iran-Krieg um die für den weltweiten Energiehandel wichtige Meerenge eskaliert seit Anfang des Monats wieder.

Trump begründet Angriffe mit getöteten US-Soldaten

US-Präsident Donald Trump begründete die jüngsten Angriffe mit dem Tod mehrerer US-Soldaten in der Region. „Diese großartigen Menschen, diese großartigen Patrioten, waren da draußen im Einsatz, damit der Iran keine Atomwaffen bekommen kann“, sagte Trump nach seiner Rückkehr vom WM-Endspiel vor Reportern. Die Angriffe auf den Iran seien „zu Ehren“ der Soldaten erfolgt. „Wir haben sie (die Iraner) heute Nacht wieder sehr hart getroffen“, fügte Trump hinzu. Die USA meldeten in der vergangenen Woche die höchste Anzahl an Toten in den eigenen Reihen seit Monaten.

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Der Iran habe im Krieg „sehr schwere Verluste“ erlitten, erklärte Trump weiter. „Militärisch haben sie fast alles verloren. Sie haben nur noch sehr wenig übrig. Sie haben noch ein paar Raketen. Sie haben noch ein paar Drohnen.“ Zudem beanspruchte Trump die Kontrolle über die Straße von Hormus: „Wir kontrollieren die Meerenge, sie kontrollieren gar nichts. Mal sehen, was passiert.“

Iranische Revolutionsgarden melden Angriffe auf Tanker

Das iranische Regime stellt den Sachverhalt anders dar. Teheran pocht darauf, dass das Mitte Juni vereinbarte Rahmenabkommen die alleinige Verantwortung für die Verwaltung der Meerenge dem Iran übertrage. Die iranischen Revolutionsgarden teilten mit, es seien zwei Öltanker auf der Südroute durch die Straße von Hormus gesprengt worden. Die Schiffe seien nun manövrierunfähig. Das US-Militär habe die Besatzungen aufgefordert, diese unsichere Passage zu nutzen. Solange die US-Aggression andauere, sei die Meerenge weder für den Transport von petrochemischen Produkten noch für „einen einzigen Tropfen Öl und Gas“ sicher. Das US-Militär müsse sich auf eine „Strafaktion“ einstellen. Der Vorfall ließ sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Zu Namen, Flaggen, Besatzungen oder möglichen Opfern machten die Garden keine Angaben.

Iran greift Kuwait und Bahrain an

Als Reaktion auf die andauernden US-Angriffe führte Teheran weitere Vergeltungsschläge gegen Länder mit US-Militärstützpunkten in der Region durch. Der Golfstaat Kuwait meldete in der Nacht erneuten Beschuss. Die Luftverteidigung wehre „feindliche Drohnen“ aus dem Iran ab, teilte die Armee des Landes mit. Nähere Details gab es zunächst nicht. Auch im mit Washington verbündeten Bahrain heulten die Sirenen, wie das dortige Innenministerium bekanntgab. Die US-Botschaft in Bahrain warnte konkret vor möglichen Angriffen des Iran in der Hauptstadt Manama. Es lägen Informationen vor, wonach der Iran nicht näher bezeichnete Ziele im Zentrum der Stadt ins Visier nehmen könnte.

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Angriff auf Kommandozentrum in Syrien

Laut staatlichen Medien griffen die iranischen Revolutionsgarden zudem „das feindliche Kommandozentrum für Spezialeinsätze in der Region Al-Tanf in Syrien“ an. Es handele sich um einen Vergeltungsangriff nach der Tötung von iranischen Soldaten in Iranschahr im Südosten der Islamischen Republik, erklärte die Nachrichtenagentur Irna im Onlinedienst Telegram. Die Nachrichtenagentur Tasnim hatte zuvor die Beisetzung dreier Soldaten gemeldet, die bei einem US-Angriff auf eine Kaserne in Iranschahr getötet worden seien. Bereits am Freitag hatten die Revolutionsgarden erklärt, dass sie den Stützpunkt Al-Tanf angegriffen hätten. Aus syrischen Militärkreisen wurde der Angriff dementiert. Die syrische Armee hatte im Februar nach dem Abzug der USA die Kontrolle über den Stützpunkt übernommen.