Die erste Runde der Gespräche zwischen hochrangigen Vertretern der USA und Irans in der Schweiz ist beendet. Wie die Vermittlerstaaten Pakistan und Katar in der Nacht zu Montag mitteilten, herrschte eine „positive und konstruktive Atmosphäre“. Man habe „ermutigende Fortschritte erzielt“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Dazu zähle, dass man sich auf weitere Beratungen auf Arbeitsebene geeinigt habe. Ziel sei es, wie im Rahmenabkommen vorgesehen, innerhalb von 60 Tagen ein „finales Abkommen“ zu erreichen. Es werde unter anderem Arbeitsgruppen zu Irans Atomprogramm und den westlichen Sanktionen geben.
Heißer Draht für die Straße von Hormus
Zudem sei ein Gesprächskanal zwischen den Kriegsparteien eingerichtet worden, um Missverständnisse oder Zwischenfälle in der Straße von Hormus zu vermeiden. Gemeinsam mit dem Libanon solle außerdem eine Art Konfliktlösungsstab eingerichtet werden, um für die Einhaltung der Waffenruhe auch im Libanon zu sorgen. In dem Land bekämpfen sich Israel und die proiranische Hisbollah-Miliz. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi sprach bei X von einem „großen Erfolg“ für ein Ende des „Libanonkriegs“.
Technische Gespräche auf dem Bürgenstock
Die technischen Gespräche zur Umsetzung der Vereinbarungen sollen demnach den Rest der Woche im schweizerischen Luxusresort Bürgenstock fortgesetzt werden. „Die Vermittler werden weiterhin alles in ihrer Macht Stehende tun, um sicherzustellen, dass die Verhandlungen weiterhin in einer konstruktiven Atmosphäre geführt werden, mit dem Ziel, eine endgültige Einigung zu erzielen“, so die Vermittler.
Trumps Drohungen sorgten für Unterbrechung
Fast vier Monate nach Beginn des Irankriegs hatten am Sonntag in einem Luxushotel auf dem Berg Bürgenstock in den Schweizer Alpen Verhandlungen zwischen den USA und Iran über ein endgültiges Friedensabkommen begonnen. Für die US-Seite nahmen Vizepräsident JD Vance, der Sondergesandte Steve Witkoff und Jared Kushner, Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, teil. Der iranischen Verhandlungsdelegation gehörte neben Araghchi auch Chefunterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf an. Die iranische Delegation hatte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna zwischenzeitlich die Verhandlungen unterbrochen. Grund waren Drohungen von US-Präsident Trump mit neuen Angriffen auf Iran wegen Teherans Unterstützung der Hisbollah-Miliz im Libanon.
Rahmenabkommen vom vergangenen Mittwoch
Am vergangenen Mittwoch hatten Iran und die USA ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges geschlossen. Dieses sieht eine sofortige Waffenruhe für die gesamte Region einschließlich des Libanon vor. Allerdings waren Israel und die Hisbollah an dem Abkommen nicht beteiligt.



