Update: Putin-kritischer Künstler in Polen erschossen
Der russische Exilkünstler Semyon Skrepetsky, auch bekannt als Simon Skrepetski, ist im Osten Polens auf offener Straße erschossen worden. Der 44-jährige Putin-Kritiker wurde in der Stadt Biała Podlaska von mehreren Schüssen getroffen, wie ein Polizeisprecher der Woiwodschaft Lublin der polnischen Nachrichtenagentur PAP mitteilte. Die Ermittler gehen nach ersten Erkenntnissen von einer geplanten Tötung aus, das Motiv sei jedoch noch unklar.
Tathergang und Festnahme
Laut Berichten der „Zeit“ unter Berufung auf polnische Lokalmedien wurde Skrepetsky auf einem Parkplatz vor einem Wohnhaus aus kurzer Distanz erschossen. Die Polizei sperrte daraufhin die umliegenden Straßen und Ausfahrten der Stadt und stellte Schulen sowie Kindergärten unter Bewachung. Es wird von zwei Tätern ausgegangen; ein Verdächtiger wurde in der Nähe des belarussischen Konsulats in Biała Podlaska festgenommen. Die Stadt liegt nahe der Grenze zu Belarus, einem Verbündeten Russlands.
Provokante Performance in Berlin
Erst am vergangenen Freitag, dem russischen Nationalfeiertag, hatte Skrepetsky in Berlin eine provokante Performance vor der russischen Botschaft durchgeführt. Er zeigte ein Gemälde, das den Sowjetdiktator Josef Stalin mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin als Baby im Arm darstellt. In einem auf YouTube veröffentlichten Video wischte er sich zudem demonstrativ den Hintern mit einer russischen Flagge ab.
Hintergrund des Künstlers
Skrepetsky, bürgerlich Robert Kuzowkow, stammt aus der Altai-Region in Sibirien. Er verließ Russland im Jahr 2021 und lebte seitdem im polnischen Exil. Seine Karikaturen zielten nicht nur auf Putin und dessen Verbündete wie den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko oder den tschetschenischen Führer Ramsan Kadyrow ab, sondern auch auf andere mächtige Persönlichkeiten wie Elon Musk oder Chinas Staatschef Xi Jinping. Auch der verstorbene Oppositionsführer Alexej Nawalny und die ukrainische Regierung waren Gegenstand seiner Satire.
Die Ermittlungen zu dem Mord dauern an. Die Polizei bittet die Bevölkerung um Hinweise.



