Ukraine-Krieg: Massiver Drohnenangriff auf Russland, EU-Beitrittsgespräche starten
Ukraine-Krieg: Drohnenangriff, EU-Gespräche, neue Fronten

Massiver ukrainischer Drohnenangriff auf Russland: Moskau meldet Abschuss von 185 Drohnen

Russland ist am Freitag Ziel eines massiven ukrainischen Drohnenangriffs geworden. Das Verteidigungsministerium in Moskau meldete den Abschuss von 185 unbemannten Fluggeräten innerhalb von zwölf Stunden. Diese seien über rund einem Dutzend Regionen abgefangen worden, vor allem in Zentralrussland. In der Region Brjansk kam nach Angaben des dortigen Gouverneurs in einem grenznahen Dorf ein Mensch ums Leben. Eine weitere Person sei verletzt worden, teilte Jegor Kowaltschuk mit. Dem regionalen Einsatzstab zufolge wurden allein in der Region Brjansk 62 Drohnen zerstört.

Auch die Hauptstadt Moskau wurde offenbar angegriffen. Mehrere auf die Metropole zusteuernde Drohnen seien abgewehrt worden, erklärte Bürgermeister Sergej Sobjanin im Kurznachrichtendienst Telegram. Fachleute untersuchten die Trümmerteile an den Absturzstellen. Nach einer Auswertung russischer Nachrichtenagenturen wurden in Moskau 27 Drohnen zerstört. (Reuters)

EU startet am Montag Beitrittsverhandlungen mit Ukraine und Moldau

Die Europäische Union startet am Montag die ersten Verhandlungen in den Beitrittsgesprächen mit der Ukraine und Moldau. „Alle Mitgliedstaaten haben zugestimmt, den ersten Verhandlungsblock im Rahmen der Beitrittsgespräche mit der Ukraine und Moldau zu eröffnen“, teilten EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa am Freitagabend mit.

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Der Beginn der ersten Runde der Beitrittsgespräche sei „eine Anerkennung der Entschlossenheit, des Mutes und der harten Arbeit, die beide Länder bei der Umsetzung von Reformen gezeigt haben, selbst angesichts enormer Herausforderungen“, erklärten von der Leyen und Costa. Die EU-Erweiterung sei eine „strategische Entscheidung“, eine größere EU liege „in einer von wachsender Unsicherheit geprägten Welt“ in „unserem gemeinsamen Interesse“. (AFP)

Ukrainischer Gouverneur ruft Zivilisten zur Flucht aus besetzten Gebieten auf

Die Ukraine verstärkt ihre Luftangriffe in den von Russland besetzten Teilen des Landes. Vor diesem Hintergrund hat der Militärgouverneur des südostukrainischen Gebietes Saporischschja seine Landsleute im russisch besetzten Teil der Region zur Flucht aufgerufen. Die Risiken für Zivilisten stiegen, sagte Iwan Fedorow in einer Ansprache auf Telegram. Dafür nannte er zwei Gründe: Die ukrainischen Streitkräfte griffen in den Regionen Saporischschja und Cherson gezielt die militärische Infrastruktur der Besatzer und Versorgungswege der russischen Armee an. Die russische Armee setze mehr Kräfte ein, um die eigenen Objekte zu schützen. „Ebendeswegen rufe ich alle dazu auf, die Entscheidung zur Ausreise nicht zu verschieben“, sagte der Gouverneur.

USA wollen Zahl der in Europa stationierten Jets drastisch reduzieren

Die USA planen einem Zeitungsbericht zufolge, die Zahl der Flugzeuge und Kriegsschiffe, die sie für Nato-Einsätze in Europa zur Verfügung stellen, um ein Drittel zu reduzieren. Dies berichtet die „New York Times“ unter Berufung auf zwei hochrangige europäische Insider. Die Nato und das US-Verteidigungsministerium reagieren zunächst nicht auf Anfragen zur Stellungnahme. Der US-Plan sieht dem Bericht zufolge vor, die Zahl der F-16- und F-15E-Kampfflugzeuge von rund 150 auf 100 zu reduzieren, die Zahl der Seeaufklärungsflugzeuge von 26 auf 15 zu senken und alle acht Luftbetankungsflugzeuge abzuziehen, die Europa bisher zur Verfügung standen. Damit würde die Fähigkeit der Nato für Angriffe auf weiter entfernte Ziele und Überwachungsaufgaben eingeschränkt. (Reuters)

Ukrainische Luftwaffe warnt vor erneutem russischem Oreschnik-Einsatz

Die ukrainische Luftwaffe hat die Bevölkerung vor einem erneuten Einsatz der russischen ballistischen Mittelstreckenrakete Oreschnik gewarnt. Innerhalb von 24 Stunden gebe es eine hohe Wahrscheinlichkeit für den Start einer solchen Rakete vom Testgelände Kapustin Jar im russischen Gebiet Astrachan, teilte die Luftwaffe in sozialen Netzwerken mit. Luftalarme sollten ernst genommen werden, hieß es. Auch Präsident Wolodymyr Selenskyj warnte vor neuen russischen Luftangriffen. „Anstelle von Frieden wählen sie Raketen“, sagte er in einer Videoansprache. Moskau habe keine anderen Karten.

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UN: Höchststand ziviler Opfer in der Ukraine seit April 2022

Die Vereinten Nationen haben in der von Russland angegriffenen Ukraine im Mai einen Höchststand an verletzten und getöteten Zivilisten innerhalb eines Monats seit April 2022 registriert. Mindestens 274 Menschen seien im Mai getötet und weitere 1763 verletzt worden, heißt es in einem Bericht des Büros des Hohen Kommissars für Menschenrechte. Das entspreche einem Anstieg um 93 Prozent im Vergleich zum Mai 2025, wo demnach 191 Tote und 865 Verletzte registriert worden waren. Auf Angriffe mit Raketen und Drohnen gehen demnach 45 Prozent der Opfer zurück, meist in Städten fernab der Front wie Kyjiw und Dnipro. Nahe der Front seien Drohnen mit kurzer Reichweite die Hauptursache für zivile Opfer gewesen. Noch nie seit Kriegsbeginn seien damit so viele Menschen in einem Monat getötet (64) und verletzt (539) worden wie im Mai. (dpa)

Ukraine schafft Schutzstatus für russische Sprache ab

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am Freitag ein Gesetz unterzeichnet, das der russischen Sprache ihren bisherigen Schutzstatus in dem Land wieder aberkennt. „Die Sprache eines Aggressorstaates kann nicht von Schutzinstrumenten profitieren, die indigenen Völkern oder nationalen Minderheiten helfen sollen“, erklärte der ukrainische Parlamentspräsident Ruslan Stefantschuk im Onlinedienst Facebook. Nach der Charta der Regional- und Minderheitensprachen, die die Ukraine unterzeichnet hat und die vom Europarat überwacht wird, genoss das Russische in der Ukraine bislang besondere Rechte. Vor Beginn des Krieges gab fast ein Drittel der Ukrainer Russisch als Muttersprache an. Umfragen zufolge ist mit dem Krieg der Anteil russischsprechender Ukrainer zurückgegangen. Die Neuregelung macht Russischsprechen in der Ukraine nicht illegal. Die Behörden sind jetzt aber nicht mehr verpflichtet, Informationen oder Dienstleistungen auch auf Russisch anzubieten. Außerdem kann der Russisch-Unterricht an Schulen eingeschränkt werden. (AFP)

Putin: Ukraine will Russen mit Drohnenangriffen „spalten“

Der russische Präsident Wladimir Putin hat der Ukraine vorgeworfen, sein Land mit den zunehmenden Drohnenangriffen „spalten“ zu wollen. Außerdem wolle Kiew damit „Verwirrung stiften und wirtschaftlichen Schaden anrichten“, sagte Putin am Freitag bei einem Treffen mit russischen Soldaten im Kreml. Zuvor hatte die ukrainische Armee erklärt, mehrere Ziele in Russland attackiert zu haben, die weit von der Ukraine entfernt liegen, darunter eine Ölraffinerie in der Region Tatarstan. Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin erklärte unterdessen, dass am Freitag etwa ein Dutzend Drohnen in der Hauptstadtregion abgefangen worden seien. Die Ukraine hatte in den vergangenen Monaten ihre Drohnenangriffe immer tiefer in das russische Staatsgebiet ausgeweitet und dabei unter anderem Ölraffinerien und Häfen beschossen. Kiew rechtfertigt die Angriffe als Vergeltung für den andauernden Beschuss der Ukraine durch die russische Armee. (AFP)

Berlin sieht im Ukraine-Krieg mögliches „Fenster für Diplomatie“

Vor dem Gipfel sieben großer Industriestaaten (G7) hat die Bundesregierung die Hoffnung geäußert, dass der Verhandlungsprozess für eine Friedenslösung im Ukraine-Krieg wieder in Gang kommen könnte. „Hier kann sich erstmals langsam ein Fenster für Diplomatie öffnen“, sagte ein hochrangiger Regierungsvertreter am Freitag in Berlin. Er äußere diese Einschätzung allerdings „mit gebotener Vorsicht“, weil sie von einer Reihe von Faktoren abhänge. An dem G7-Gipfeltreffen ab Montag im französischen Evian sollen auch US-Präsident Donald Trump und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilnehmen. Die USA hatten vor dem Hintergrund des Iran-Konflikts zuletzt de facto keine aktive Rolle mehr bei Gesprächen zu einer Beilegung des Ukraine-Konflikts übernommen. Der deutsche Regierungsvertreter verwies am Freitag darauf, dass sich die Dynamik des Konflikts „in den letzten Wochen verändert“ habe. „Die Ukraine ist heute in einer neuen Position der Stärke“, sagte er und sah dies auch als Folge der deutschen und europäischen Unterstützung. „Russland kann militärisch nicht siegen. Seine Wirtschaft ist angeschlagen.“ Daraus könnten sich neue Möglichkeiten für Verhandlungen ergeben.

Schwedische Abgeordnete warnen vor möglichem russischen Angriff

Verteidigungspolitiker in Schweden warnen vor russischen Militärangriffen auf das skandinavische Land oder andere Nato-Staaten schon in der näheren Zukunft. „Ein bewaffneter Angriff auf Schweden oder andere Verbündete kann nicht ausgeschlossen werden“, konstatiert der Verteidigungsausschuss des schwedischen Parlaments in einem am Freitag veröffentlichten Bericht. Solche „militärischen Vorstöße“ könne Moskau etwa ausführen, um den Zusammenhalt der Nato und die „Glaubwürdigkeit“ der gegenseitigen Beistandsverpflichtung gemäß Artikel 5 auf die Probe zu stellen. Die Verteidigungspolitiker warnen, dass russische Militärangriffe bereits „in der relativ nahen Zukunft stattfinden könnten, wenn die politische Lage vom Kreml als günstig eingeschätzt wird“. In Artikel 5 des Nato-Vertrags wird der sogenannte Bündnisfall definiert: Demnach ist ein Angriff auf eines der Mitgliedsländer als Angriff auf die gesamte Allianz zu betrachten. US-Präsident Donald Trump hat jedoch mit wütender Kritik an der Nato und einzelnen Mitgliedstaaten die Zweifel daran geschürt, dass die USA einem angegriffenen Nato-Partner zur Hilfe kommen würden.

Ukraine und Russland mit gegenseitigen Drohnenangriffen - Tote und Verletzte

Die Ukraine und Russland haben sich in der Nacht zum Freitag erneut gegenseitig mit Drohnenangriffen überzogen. Dabei gab es Behördenangaben zufolge Tote und Verletzte auf beiden Seiten. Die Ukraine nahm auch wieder Industrieanlagen tief in Russland ins Visier. So wurden in der für Russlands ölverarbeitende Industrie wichtigen Region Tatarstan weit von der Ukraine entfernt drei Menschen verletzt, als eine Drohne ein Wohnhaus traf, wie die örtlichen Behörden mitteilten. In der dort gelegenen Stadt Nischnekamsk seien wegen der Drohnengefahr öffentliche Feiertagsveranstaltungen für Freitag abgesagt worden. Auch wurde demnach die Stadt Togliatti an der Wolga, Sitz des größten russischen Autobauers Awtowas, mit Drohnen attackiert. In der russischen Grenzregion Brjansk kamen den Angaben zufolge bei ukrainischen Drohnenangriffen zwei Menschen ums Leben, zehn weitere wurden verletzt. Das russische Militär beschoss unter anderem Bahnhöfe, Signalanlagen und Umspannwerke in der Ukraine. Dabei wurde in der nördlichen Region Sumy den Angaben zufolge wurde ein Bahnmitarbeiter getötet und ein weiterer verletzt. In der südlichen Stadt Mykolajiw seien vier Menschen verletzt und 14 Gebäude beschädigt worden.

Ukraine bittet EU um weitere 20 Milliarden Dollar für Verteidigung

Die Ukraine will von ihren europäischen Partnern zusätzliche 20 Milliarden US-Dollar erhalten, um ihre Position auf dem Schlachtfeld gegenüber Russland zu stärken. Das berichtet Politico unter Berufung auf einen hochrangigen Vertreter des ukrainischen Verteidigungsministeriums. Dem Bericht zufolge soll die Forderung am 18. Juni bei der nächsten Sitzung der Ukraine-Kontaktgruppe vorgestellt werden. Auch bei Gesprächen mit Vertretern aus Norwegen, Schweden, Deutschland und Kanada sei das Thema bereits angesprochen worden. Nach Angaben des Politico-Gesprächspartners sollen die Partnerländer jeweils zwischen zwei und sechs Milliarden Dollar bereitstellen. Dabei könne es sich sowohl um Zuschüsse als auch um Kredite handeln. Die zusätzlichen Mittel sollen unter anderem in die Luftverteidigung, Drohnen, Munition, elektronische Kampfführung, weitreichende Waffensysteme sowie direkte Aufträge für ukrainische Rüstungsunternehmen fließen. „Alle sehen, dass Russland brennt. Und wir wollen, dass es noch stärker brennt. Dafür brauchen wir Finanzierung“, zitierte Politico den ukrainischen Regierungsvertreter.

Kellogg: Verhandlungen zwischen Ukraine, USA und Russland liegen auf Eis

Die Verhandlungen zwischen der Ukraine, den USA und Russland sind laut dem ehemaligen US-Sondergesandten Keith Kellogg faktisch ausgesetzt. Grund dafür sei die Eskalation im Konflikt mit dem Iran. Im Interview mit dem ukrainischen Sender “Suspilne” erklärte Kellogg, dass Steve Witkoff und Jared Kushner derzeit nicht nur mit dem Ukraine-Dossier befasst seien, sondern auch an Verhandlungen im Nahen Osten arbeiteten. „Man kann nicht an zwei Orten gleichzeitig sein. Deshalb sind die Gespräche faktisch auf Eis gelegt. Das ist nicht unbedingt schlecht – im Gegenteil“, sagte Kellogg. Nach seiner Einschätzung gibt die Pause der Ukraine die Möglichkeit, ihre Position eigenständig zu stärken. „Die Ukraine muss ihre Arbeit selbst erledigen, während die USA auf den Iran fokussiert sind. Und die Ukraine macht ihre Sache gegen Russland gut“, erklärte er. Kellogg bezeichnete zudem Wolodymir Selenskyjs jüngsten Brief an Russlands Präsident Wladimir Putin als positiven Schritt für einen möglichen Dialog.

Ukraine will die Krim in naher Zukunft isolieren

Die Ukraine will die besetzte Krim von den russischen Nachschubwegen abschneiden. Das sagte der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte Robert Browdi („Madjar“) in einem Interview mit Reuters. Laut ihm haben die verstärkten Angriffe auf die russische Logistik bereits spürbare Auswirkungen. Der Verkehr auf der wichtigen Versorgungsroute R-280 zwischen Rostow am Don und der Krim sei innerhalb eines Monats um 71 Prozent zurückgegangen. Browdi zufolge könnte die Strecke bereits innerhalb eines Monats vollständig unter ukrainische Feuerkontrolle geraten. Dadurch würden die Versorgungsmöglichkeiten der russischen Truppen weiter eingeschränkt. „Wir werden die Krim in naher Zukunft isolieren“, sagte der Kommandeur. Der Berater des ukrainischen Präsidentenamtes, Mychajlo Podoljak, erklärte gegenüber dem Sender 24 Kanal, die Ukraine greife ausschließlich militärische Logistik- und Infrastrukturziele an, über die die russische Armee auf der besetzten Halbinsel versorgt werde. Anders als Russland richte die Ukraine ihre Angriffe nicht gegen die Zivilbevölkerung, sondern gegen Infrastruktur, die für die Kriegsführung genutzt werde.

Laut Putin mehr als 700.000 Soldaten im Kriegseinsatz

Die russische Armee hat nach Angaben von Kremlchef Wladimir Putin mehr als 700.000 Soldaten im Einsatz im Gebiet des Ukraine-Kriegs. Das sagte er bei einem Gespräch mit Soldaten im Kreml anlässlich des Nationalfeiertags, bei dem auch Verteidigungsminister Andrej Beloussow dabei war. Vor den Soldaten gab sich der russische Staatschef weiter siegesgewiss in dem vor mehr als vier Jahren von ihm befohlenen Angriffskrieg gegen die Ukraine. „Schritt für Schritt, nicht so schnell wie wir gern würden, aber wir schreiten trotzdem voran, wir schreiten jeden Tag voran“, sagte Putin. Schon im Dezember hatte er bei seiner Jahrespressekonferenz und Bürgersprechstunde von rund 700.000 Soldaten im Gebiet des Ukraine-Kriegs gesprochen. Damals sagte er, es handele sich überwiegend um junge Leute, darunter die Generationen der 1990er Jahre. (dpa)

742 ukrainische Religionsstätten durch Krieg beschädigt

In den ersten vier Jahren des russischen Krieges gegen die Ukraine sind mindestens 742 Kirchen und andere Religionsstätten zerstört oder beschädigt worden. Das geht aus einer neuen Statistik hervor, die von der ukrainischen NGO „Arbeitskreis für die wissenschaftliche Untersuchung von Religionen“ veröffentlicht wurde. Zwischen dem 2. Februar 2025 und dem 2. Februar 2026 fielen demnach 99 Sakralbauten dem Krieg zum Opfer. Das waren den Angaben zufolge etwas mehr als im dritten Kriegsjahr, als 93 Religionsstätten beschädigt oder zerstört worden seien. Laut der „Religion on Fire“ genannten Statistik wurden 70 der 742 registrierten Bauwerke ganz zerstört und 119 schwer beschädigt. 186 waren mittelschwer und 295 gering betroffen. Zu 72 Bauwerken lagen keine Informationen über das Ausmaß der Schäden vor. Ein Großteil von ihnen liege in der Nähe der Frontlinie oder in den von Russland besetzten Gebieten, hieß es. Erst nach Beendigung der Kampfhandlungen und der Besetzung sei dort eine genaue Dokumentation der Schäden möglich.

Ukraine sieht sich im Drohnenkrieg zunehmend im Vorteil

Die Ukraine gewinnt eigener Einschätzung nach im Krieg gegen Russland beim Einsatz von Drohnen die Oberhand. „Heute können wir mit gutem Grund behaupten, dass die Ukraine im Wettstreit um Technologie, Innovation und Produktionskapazitäten dem Gegner zumindest in nichts nachsteht und ihm in einzelnen Bereichen sogar voraus ist“, sagte Armeechef Olexander Syrskyj gemäß einer Mitteilung bei Telegram. Bei frontnahen ferngesteuerten Drohnen liege das Verhältnis bei 1,5 zu 1 zugunsten der ukrainischen Truppen und verbessere sich weiter. Im Mai seien bereits 12,7 Prozent mehr gegnerische Ziele getroffen worden als im April. (dpa)