Die US-Wirtschaftsaktivität hat in den vergangenen Wochen leicht zugelegt, steht jedoch unter dem Druck gestiegener Energiepreise infolge des Iran-Krieges. Dies geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Konjunkturbericht „Beige Book“ der US-Notenbank Federal Reserve hervor. Die Beschäftigung habe sich demnach kaum verändert.
Energiepreise als Inflationstreiber
Der Bericht stellt fest, dass die mit dem Konflikt verbundenen Energiekosten der Haupttreiber für den Inflationsdruck sind. Diese wirken sich auf zahlreiche Bereiche aus, darunter Verkehr, Verpackungen, Lebensmittel und Düngemittel. Die Geschäftsaussichten für die kommenden sechs Monate bleiben aufgrund der hohen Unsicherheit und Anzeichen für sinkende Konsumausgaben verhalten.
Zinssitzung unter neuem Fed-Chef
Der Bericht erscheint zwei Wochen vor der ersten Zinssitzung unter der Leitung des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh. Er hatte das Amt Ende Mai von Jerome Powell übernommen. Innerhalb der Notenbank wachsen angesichts der jüngsten Preisentwicklung die Zweifel an baldigen Zinssenkungen.
Inflationsrate über Zielwert
Die Inflation war im April auf 3,8 Prozent gestiegen und liegt damit deutlich über dem Zielwert der Fed von zwei Prozent. Zuletzt mehrten sich unter den Währungshütern die Stimmen, den Leitzins für längere Zeit auf dem aktuellen Niveau von 3,50 bis 3,75 Prozent zu belassen oder ihn sogar anzuheben. US-Präsident Donald Trump hatte Warsh mit der ausdrücklichen Erwartung ernannt, die Zinsen zu senken, hatte dies angesichts der gestiegenen Benzinpreise jedoch vorerst zurückgestellt.



