ZDF kürzt umstrittene Anmoderation nach Musk-Abmahnung
Der Tech-Unternehmer Elon Musk ist juristisch erfolgreich gegen einen Beitrag des ZDF vorgegangen. Der Sender kürzte nach einer Abmahnung eine Anmoderation der Sendung „ZDFheute live“ vom 12. Juni – „aus rechtlichen Gründen“, wie es nun in einer Einblendung in der Sendung heißt, die noch immer in der Mediathek abrufbar ist.
Musk wirft ZDF „skandalöse Lügen“ vor
Musks Anwalt Joachim Steinhöfel hatte zuvor erklärt, er habe den Sender für seinen Mandanten wegen eines Berichts über Ausschreitungen in Belfast abgemahnt und fordere die Abgabe einer Unterlassungserklärung. Dieser Aufforderung kam der Sender am Dienstag nach. Steinhöfel zufolge sei die Behauptung, Musk habe zu einer „Jagd auf Migranten durch einen rassistischen Mob“ aufgerufen, offensichtlich unwahr. In dem Schreiben ist von einer „ehrabschneidenden und verleumderischen Unterstellung“ sowie einem „drastischen Verstoß gegen journalistische Grundsätze“ die Rede.
Hintergrund: Bericht über Belfast-Krawalle
Hintergrund ist eine Folge von „ZDF heute live“ vom 12. Juni. Thema der Sendung waren die gewalttätigen Krawalle in Belfast, nachdem ein Flüchtling aus dem Sudan für einen Messerangriff wegen versuchten Mordes angeklagt worden war. In der Anmoderation hieß es, dass ein rassistischer Mob Jagd auf Migranten mache. „Dazu aufgerufen hatten ein britischer Rechtsextremist und Tech-Milliardär Elon Musk.“
Das ZDF hatte zunächst einen Disclaimer neben das Video gestellt. Darin hieß es, dass die Formulierung „unpräzise und deshalb missverständlich“ sei. Der britische Rechtsextreme Tommy Robinson habe nach dem Messerangriff in Belfast zu Protesten aufgerufen. „Der Post wurde von Elon Musk geteilt.“
Musk teilte Aufruf zu Protesten
Musk hatte sich tatsächlich den Aufrufen Robinsons zu Protesten in ganz Großbritannien angeschlossen und an seine 240 Millionen Follower auf X geschrieben: „Nur wenn wir wiederholt und laut protestieren, wird sich etwas ändern.“ Musk hatte nach der Ausstrahlung dem ZDF „skandalöse Lügen“ vorgeworfen und mit Blick auf die geplanten juristischen Schritte angekündigt: „Im Laufe des Prozesses gegen sie werden wir genau herausfinden, welcher Idiot diese ungeheuerliche Lüge verfasst hat.“
Hintergrund: Krawalle in Belfast
In der Nähe von Belfast war es seit vergangener Woche an mehreren Abenden zu gewalttätigen ausländerfeindlichen Protesten gekommen. Die Polizei ging mit Wasserwerfern gegen Steine werfende Demonstranten vor. Fahrzeuge und auch Häuser wurden in Brand gesteckt. Zu den Demonstrationen hatten rechtsextreme Aktivisten aufgerufen. Auslöser war die Veröffentlichung eines Videos eines brutalen Messerangriffs, für den ein sudanesischer Migrant verantwortlich gemacht wird.
Tech-Billionär Musk hatte sich in der Vergangenheit auch in Deutschland mit Wahlaufrufen für die AfD und über X verbreitete Gespräche mit AfD-Co-Bundesprecherin Alice Weidel in die politische Debatte eingemischt.



