Fauci schweigt vor Senatsausschuss – Republikaner legen Tagebücher vor
Fauci schweigt vor Senatsausschuss – Republikaner legen Tagebücher vor

In einer Anhörung des Senatsausschusses für Innere Sicherheit und Regierungsangelegenheiten in Washington D.C. verweigerte der ehemalige Chefimmunologe Anthony Fauci die Aussage. Er berief sich auf den fünften Zusatzartikel der US-Verfassung, der eine Selbstbelastung verbietet. Damit reagierte Fauci auf Vorwürfe republikanischer Senatoren, die ihm vorwarfen, den wahren Ursprung des Coronavirus verschleiert zu haben.

Republikanische Offensive gegen Fauci

Insbesondere der Ausschussvorsitzende Rand Paul hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Ursprung der Pandemie zu klären. Paul ist seit Jahren davon überzeugt, dass Fauci die Theorie eines natürlichen Ursprungs des Virus verbreitete, um ein Laborleck in Wuhan zu vertuschen. Kurz vor der Anhörung veröffentlichte Paul Auszüge aus Faucis persönlichen Tagebüchern. Diese dokumentieren unter anderem eine Notiz vom Januar 2020, in der Fauci schrieb: „Jetzt wissen wir, dass der Markt nicht der Ursprung, sondern der Verstärker war.“ Ein Jahr später beklagte der Immunologe darin, dass „radikale Rechte“ behaupteten, er habe das Virus absichtlich entwickelt.

Im Mai 2021 notierte Fauci: „Ich habe immer gesagt, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass das Virus natürlichen Ursprungs ist und von einem Tier auf den Menschen übergesprungen ist. Angesichts der vielen Spekulationen über ein mögliches Laborleck in den letzten Tagen habe ich jedoch betont, dass niemand, mich eingeschlossen, sich hundertprozentig sicher über den Ursprung ist, und fordere daher eine gründliche Untersuchung.“

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Demokraten kritisieren Vorgehen der Republikaner

Der demokratische Senator Richard Blumenthal warf Rand Paul vor, die Anhörung zu missbrauchen. „Das laufende Verfahren ist lediglich ein Versuch, Dr. Fauci eines strafrechtlichen Fehlverhaltens zu bezichtigen“, sagte Blumenthal. Dies sei nicht der legitime Zweck von Ausschussanhörungen. Fauci selbst äußerte sich nicht zu den Anschuldigungen und machte von seinem Schweigerecht Gebrauch.

Hintergründe zur Ursprungsdebatte

Die Debatte um den Ursprung des Coronavirus ist nicht neu. Bereits im vergangenen Jahr änderte die US-Regierung ihre Einschätzung. Der Direktor des US-Auslandsgeheimdienstes CIA, John Ratcliffe, geht mittlerweile von einer Laborpanne aus. Die CIA schätzt mit geringer Sicherheit, dass ein forschungsbedingter Ursprung der Covid-19-Pandemie wahrscheinlicher ist als ein natürlicher Ursprung. Auch ein Unterausschuss des US-Repräsentantenhauses legte im Dezember einen Bericht vor, der die Labortheorie stützt. Der ehemalige Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, hält die Laborthese mit dem aktuellen Wissensstand für wahrscheinlicher, wie er der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ sagte. Ein eindeutiges Ergebnis liegt bis heute nicht vor.

Trumps anhaltende Kritik an Fauci

US-Präsident Donald Trump befeuert die Debatte weiterhin. Auf seiner Plattform Truth Social bezeichnete er Faucis Ideen als „verrückt“ und warf ihm viele falsche Entscheidungen vor. Trump behauptete, er habe Fauci „aus dem Spiel genommen“, bis Joe Biden Präsident wurde. Biden hatte kurz vor dem Ende seiner Amtszeit im Januar 2025 eine präventive Begnadigung für Fauci erlassen, um ihn vor politisch motivierter Strafverfolgung zu schützen. Trump erklärte, er habe diese Begnadigung wieder aufgehoben, da die Dokumente angeblich mit einem Unterschriftenautomaten signiert worden seien. Belege dafür legte er nicht vor. Trump behauptete zudem, unter Biden seien mehr Menschen an Covid-19 gestorben. Zwar starben unter Biden absolut mehr Menschen, allerdings war seine Amtszeit deutlich länger; die Sterberate pro Zeitraum war unter Trump höher.

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