Der Flughafen der Stadt Palm Beach im US-Bundesstaat Florida trägt seit dem 9. Juli 2026 offiziell den Namen „President Donald J. Trump International Airport“. Das Kürzel des Airports wurde von „PBI“ in „DJT“ geändert – die Initialen des amtierenden US-Präsidenten, dessen Privatanwesen Mar-a-Lago nur wenige Minuten entfernt liegt. Der Betreiber des Flughafens teilte mit, dass es durch die Umbenennung zu keinen Einschränkungen im Betriebsablauf kommen werde. „Flugbetrieb, Strecken, Flugpläne und Kundenservice sind nicht betroffen“, heißt es auf der offiziellen Website.
Gesetzliche Grundlage und Markenrecht
Die Namensänderung sei „gesetzlich vorgeschrieben“ worden, erklärte der Airport. Der republikanische Gouverneur Ron DeSantis hatte Ende März 2026 ein entsprechendes Gesetz unterzeichnet. Es verpflichtet den Flughafenbetreiber zudem, die erforderlichen markenrechtlichen Genehmigungen einzuholen. Laut einem Bericht des Magazins „Forbes“ hatte eine Tochtergesellschaft von Trumps Holdinggesellschaft den neuen Flughafennamen sowie das Kürzel „DJT“ bereits im Februar 2026 markenrechtlich schützen lassen. Dadurch ist unklar, ob der US-Präsident durch die Umbenennung nicht nur persönlich geehrt wird, sondern auch finanziell profitiert.
Ungewöhnliche Ehrung zu Lebzeiten
In den USA ist es üblich, Flughäfen und andere öffentliche Einrichtungen nach ehemaligen Präsidenten zu benennen. Unüblich ist hingegen, dass eine solche Umbenennung bereits zu Lebzeiten des Präsidenten erfolgt. Experten sehen in Trumps Vorgehen Parallelen zum Verhalten von Autokraten. Die jüngste Umbenennung reiht sich in eine Vielzahl von Initiativen ein, die Trumps Namen oder sein Gesicht im Alltag der Amerikaner sichtbar machen sollen.
Weitere Namensinitiativen und Kontroversen
In der US-Hauptstadt Washington hängen an Ministerien riesige Banner mit Trumps Gesicht. Trump hatte zudem unter öffentlichem Protest das renommierte Kennedy Center in Washington in „Trump Kennedy Center“ umbenannt. Diese Umbenennung währte jedoch nur kurz: Auf gerichtliche Anordnung musste Trumps Name im Juni 2026 wieder entfernt werden. Der Präsident kündigte außerdem die „Trump Gold Card“ an – ein Visum, das bei Zahlung von fünf Millionen US-Dollar erhältlich ist. Über die Regierungswebseite „TrumpRx“ sollen US-Amerikaner günstiger an Medikamente gelangen. Zudem können sie einen Jahrespass für Nationalparks kaufen, auf denen der Präsident abgebildet ist. Bürger Washingtons erhalten unter bestimmten Bedingungen einen Reisepass mit einem streng blickenden Trump. Zuletzt stellte US-Finanzminister Scott Bessent neue Dollarnoten mit den Unterschriften des Präsidenten und Bessents vor.
Kritische Stimmen und historische Einordnung
Die Harvard-Forscherin Lisa McGirr erklärte im SPIEGEL-Interview, welche historischen Vorbilder die Trump-Regierung habe und welche Rolle dabei der deutsche Nationalsozialismus spiele. Die Frage, ob die USA unter Trump in eine autokratische Herrschaft abgleiten, wird zunehmend diskutiert.



