US-Musikergewerkschaft verklagt Universal und Warner wegen KI-Nutzung
Musikergewerkschaft verklagt Universal und Warner wegen KI

Die American Federation of Musicians of the United States and Canada (AFM) hat Ende vergangener Woche Klage gegen die beiden Majorlabel Universal Music und Warner Music eingereicht. Die Gewerkschaft, die rund 70.000 Musiker vertritt, wirft den Unternehmen vor, gegen den bestehenden Tarifvertrag verstoßen zu haben. Konkret geht es um die Nutzung von Musikaufnahmen durch die KI-Unternehmen Suno und Udio, die mit lizenzierter Musik trainiert wurden.

Vorwurf: Keine Entschädigung für Musiker

In der Klageschrift heißt es: „Sowohl Universal als auch Warner haben es versäumt und sich geweigert, den Musikern eine Entschädigung für die Nutzung ihrer Aufnahmen durch KI zu zahlen.“ Die AFM fordert eine nachträgliche Vergütung für die betroffenen Studiomusiker, deren Werke in die KI-Systeme eingespeist wurden. Die Klage zielt darauf ab, dass die Labels ihrer tarifvertraglichen Pflicht nachkommen, neue Verwendungen der Musik offenzulegen und zu vergüten.

Hintergrund: Deals mit Suno und Udio

Suno und Udio sind Entwickler von KI-Plattformen, mit denen Songs erstellt werden können. Ihre Software wurde unter anderem mit Musik aus den Katalogen von Universal und Warner trainiert. Gegen diese unerlaubte Nutzung hatten die Labels 2024 Klage eingereicht. Im Herbst 2025 einigten sie sich jedoch mit den KI-Firmen: Suno und Udio erhielten Lizenzen zur Nutzung von Millionen von Liedern, und gemeinsame Tool-Entwicklungen wurden vereinbart. Warner-CEO Robert Kyncl bezeichnete die Einigung damals als „Sieg für die kreative Gemeinschaft, von dem alle profitieren“.

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Gewerkschaft sieht Tarifvertrag verletzt

Die AFM sieht dies anders. In der Klage wird argumentiert, dass die Lizenzierung an KI-Plattformen eine „neue Verwendung“ (new use) der Musik darstelle. Gemäß dem tarifvertraglich geregelten „Sound Recording Labor Agreement“ müsse eine solche Verwendung offengelegt und vergütet werden. Beides sei nicht geschehen. Die Gewerkschaft wirft den Labels vor, ihre eigenen Interessen geschützt und sich eine neue Einnahmequelle erschlossen zu haben, während die Musiker leer ausgingen.

Reaktionen der Labels

Warner reagierte laut „Billboard Magazine“ enttäuscht auf die Klage und bezeichnete sie als „unproduktives Vorgehen“. Universal hingegen zeigte sich optimistisch, dass man sich durch Verhandlungen einigen könne. Die AFM bleibt jedoch hart und fordert eine faire Beteiligung der Musiker an den Erlösen aus den KI-Deals.

Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die wachsenden Spannungen zwischen Künstlern und der Musikindustrie im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz. Während Labels Partnerschaften mit KI-Unternehmen eingehen, um neue Geschäftsfelder zu erschließen, fordern Gewerkschaften und Musiker eine gerechte Entlohnung für die Nutzung ihrer kreativen Arbeit.

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