Vier Jahre nach dem Messerattentat auf den Schriftsteller Salman Rushdie ist der Täter Hadi Matar nun auch wegen terroristischer Taten schuldig gesprochen worden. Wie das US-Justizministerium mitteilte, droht dem 28-jährigen US-Bürger mit libanesischen Wurzeln lebenslange Haft.
Bereits zu 25 Jahren Haft verurteilt
Bereits vor gut einem Jahr war Matar von einem Geschworenengericht im Bundesstaat New York wegen des Angriffs auf Rushdie zu 25 Jahren Haft verurteilt worden. Der Täter hatte im August 2022 bei einer Literaturveranstaltung im Bundesstaat New York mehr als zehnmal auf den 79-jährigen Autor eingestochen und ihn schwer verletzt. Seitdem ist Rushdie auf dem rechten Auge blind.
Schuldsprüche wegen Terrorismus
Eine Jury am Bundesgericht in Buffalo befand Matar nun der „Beteiligung an einem die Landesgrenzen überschreitenden Terrorakt“ sowie der „materiellen Unterstützung von Terroristen“ für schuldig, hieß es in der Mitteilung des Justizministeriums. Das Strafmaß soll am 3. November verkündet werden.
Hintergrund: Die Fatwa gegen Rushdie
Der Iran hatte Rushdie wegen angeblicher Blasphemie in seinem Roman „Die Satanischen Verse“ von 1988 mit einer Fatwa belegt – einem religiösen Urteil, das in islamistischen Kreisen zur Rechtfertigung von Gewalttaten dient und als Todesdrohung verstanden wird. Nach Angaben der US-Ankläger wollte Matar mit seiner Tat genau diese Fatwa umsetzen. Teheran bestritt nach dem Attentat, hinter dem Angriff zu stehen. Das iranische Außenministerium hatte sich bereits 1998 von der Todesdrohung distanziert, eine iranische Stiftung hielt allerdings ein Kopfgeld auf Rushdie aufrecht.
Reaktionen und Ausblick
Der Fall hat weltweit Aufmerksamkeit erregt und wirft Fragen nach der Bekämpfung von Terrorismus und der Religionsfreiheit auf. Rushdie selbst hat sich bislang nicht öffentlich zu dem neuen Schuldspruch geäußert. Sein Buch „Knife“ verarbeitet die Erfahrungen des Attentats.



