Nackt schlafen bei Hitze: So ist es gesund – Experte gibt Tipps
Nackt schlafen bei Hitze: Experte verrät, worauf es ankommt

Viele Menschen suchen in heißen Sommernächten Erlösung durch das Schlafen ohne Kleidung. Ob das tatsächlich gesund ist, klärt Schlafforscher Dr. Hans Günter Weeß im Gespräch mit unserer Redaktion. Der Psychologe und Buchautor („Schlaf wirkt Wunder“) betont: Nackt schlafen kann bei Hitze vorteilhaft sein, erfordert aber bestimmte Hygieneregeln.

Nacktschlafen reguliert die Körpertemperatur

Der menschliche Körper gibt nachts bis zu einen Liter Schweiß ab. Entscheidend für das Wohlbefinden ist laut Weeß das Material der Schlafkleidung: „Wenn die Schlafklamotten aus Synthetikprodukten bestehen, dann ist es so, als würde man sich in Cellophanfolie einwickeln. Darin schwitzt man deutlich mehr als in Naturstoffen wie Baumwolle oder Leinen.“ Diese Stoffe leiten Feuchtigkeit ab und sorgen für einen besseren Temperaturausgleich. Wer nackt schläft, gibt die Feuchtigkeit ungehindert an die Umgebung ab – das Bettzeug saugt sie auf.

Dadurch können sich jedoch Pilze und Bakterien ansammeln. Weeß entwarnt jedoch: „Wenn wir nackt schlafen, schwitzen wir weniger in Hautfalten und im Genitalbereich. Dadurch kann man Hauterkrankungen infolge von Bakterien und Pilzbefall vorbeugen.“ Nackt schlafen ist also nicht zwangsläufig unhygienischer als mit Pyjama – vorausgesetzt, die Bettwäsche wird regelmäßig gewechselt.

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Bettwäsche-Wechsel: Zweimal pro Woche bei Nacktschlaf

Der Schlafforscher empfiehlt: „Wenn man nackt schläft, sollte man zweimal die Woche die Laken und die Bettwäsche waschen. Wenn man mit Klamotten schläft, reicht es in den Sommermonaten einmal die Woche.“ Im Winter kann das Bettzeug länger liegen bleiben. Der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel rät, spätestens alle zwei Wochen Kopfkissen und Bettdecke neu zu beziehen. Laut einer GfK-Umfrage halten sich 41 Prozent der Deutschen an diese Empfehlung, während 33 Prozent nur monatlich wechseln. Allergiker sollten besonders auf Betthygiene achten, um Hausstaubmilben zu vermeiden. Zudem sollte man vor dem Schlafengehen duschen, um Alltagsschmutz nicht mit ins Bett zu tragen.

Risiken: Zugluft und nächtliches Auskühlen

Nackt schlafen birgt auch Risiken: „Man muss immer darauf achten, dass man sich im Schlaf nicht der Zugluft aussetzt. Bei einer niedrigen Raumtemperatur in den kalten Jahreszeiten besteht die Gefahr, dass man sich im Schlaf von seiner Decke unbewusst freistrampelt und friert“, warnt Weeß. Das könne eine Erkältung nach sich ziehen, besonders in der REM-Phase, in der die Körpertemperaturregulation eingeschränkt ist. Bei Hitze empfiehlt er, sich nur mit einem Baumwoll- oder Leinenlaken zuzudecken.

Positive Effekte auf Beziehung und Stressabbau

Paare profitieren laut Weeß ebenfalls: Wer nackt schläft, hat häufiger Sex, was entspannt und schlaffördernd wirkt. Hautkontakt schüttet das Bindungshormon Oxytocin aus, das das Stresshormon Cortisol senkt. „Ein erhöhter Cortisolspiegel greift das Immunsystem an. Durch Hautkontakt kann man also das Immunsystem positiv beeinflussen.“ Oxytocin stärke zudem die Beziehung und die Psyche.

Letztlich, so Weeß, sei die beste Schlafposition die, in der man sich wohlfühle – egal ob nackt oder bekleidet. „Die Entspannung ist die Autobahn in den Schlaf.“

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