Schüsse auf Putin-Kritiker in Polen: Verdächtiger festgenommen
Nach den tödlichen Schüssen auf den russischen Künstler Semjon Skrepezki in seinem polnischen Exil hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen. Wie Ministerpräsident Donald Tusk mitteilte, handelt es sich um einen Mann mit georgischem Pass, der möglicherweise an der Tat beteiligt war. Die Festnahme erfolgte in der Nähe von Warschau, wie die Polizei von Lublin offiziell bestätigte.
Der Festgenommene benutzte einen Pass, der auf einen 36-jährigen Bürger Georgiens ausgestellt ist. Es gibt jedoch Hinweise, dass das Dokument gefälscht sein könnte. Laut dem Radiosender RMF waren bei der Festnahme in einem Arbeiterwohnheim in Piastow Antiterrorkräfte im Einsatz. Es wird vermutet, dass es sich bei dem Mann um einen Tschetschenen handelt.
Skrepezki: Scharfer Kritiker Putins
Semjon Skrepezki, bürgerlich Robert Kusowkow, war bekannt für seine provokativen Karikaturen, in denen er russische Politiker wie Wladimir Putin und Josef Stalin aufs Korn nahm. Er war 2021 nach Polen gezogen, um politischer Verfolgung in Russland zu entgehen. Am Montag wurde der 44-Jährige in Biala Podlaska im Osten Polens durch zahlreiche Schüsse getötet.
Premier Tusk äußerte am Mittwoch, dass vieles auf einen politischen Mord hindeute. Sollte Russland als Auftraggeber identifiziert werden, sei dies ein Fall von Staatsterrorismus. Zwei Männer aus Belarus waren vorübergehend festgenommen, aber mangels Beweisen wieder freigelassen worden.
Hintergrund: Angriffe auf russische Regierungsgegner
In den vergangenen Jahren wurden mehrere russische Regierungsgegner im Ausland attackiert, darunter auch in Deutschland. 2019 erschoss ein russischer Agent einen Georgier im Kleinen Tiergarten in Berlin. Der verurteilte Täter kam später durch einen Gefangenenaustausch frei.



