Zum 250. Geburtstag der USA wünscht sich Donald Trump ein tiefblaues Spiegelbecken in Washington. Wenige Tage nach dem neuen Anstrich sind die Algen aber wieder zurück. Das Innenministerium beschwichtigt.
Algen kehren trotz neuem Anstrich zurück
Sei es ein Triumphbogen, ein Ballsaal am Weißen Haus oder eine Kolumbusstaue davor: Donald Trump geht in Washington rabiat vor und versucht die US-Hauptstadt nach seinen Vorstellungen umzugestalten. Zu den Wünschen des US-Präsidenten gehört auch ein strahlend blauer Pool am Lincoln Memorial anlässlich der bevorstehenden Feierlichkeiten zum 250. Unabhängigkeitstag der USA. Der US-Präsident ließ das Becken, das sonst üblicherweise in Algengrün erstrahlt, zu diesem Zweck eigens mit blauer Farbe anmalen.
Kurze Zeit nach Abschluss der Arbeiten – und nach einigen heißen und feuchten Tagen – zeigt sich nun: Es ist alles wie vorher. US-Medien wie die New York Times, Forbes und die Nachrichtenagentur Reuters zeigen aktuelle Fotos des sogenannten Reflecting Pools. Zu sehen ist ein Becken in sattem Grün.
Trumps Plan und die Kosten
Der US-Präsident hatte seinen Plan Ende April verkündet. Das Wasserbecken, vor dem Bürgerrechtler Martin Luther King 1963 seine berühmte „I Have a Dream“-Rede gehalten hatte, sei „in schrecklichem Zustand“. Der zu den Wahrzeichen von Washington zählende Reflecting Pool sei „dreckig und schmutzig“ und habe „seit vielen Jahren geleckt wie ein Sieb“. Als künftige Farbe wählte der US-Präsident blau – „wie die US-Flagge“. Die Sanierungsarbeiten verschlangen nach Angaben der New York Times 16 Millionen Dollar.
Reaktion des Innenministeriums
Eine Sprecherin des US-Innenministeriums sagte der Zeitung nun, die Algen würden binnen weniger Tage weg sein. Es sei ein Wasseraufbereitungssystem namens Nanobubbler installiert worden. „Durch den Einsatz der fortschrittlichen Nanobubbler-Technologie sind die Algen tot und werden derzeit abgesaugt“, teilte sie per E-Mail mit. „Wir danken Präsident Trump dafür, dass er den Reflecting Pool endgültig repariert hat.“ Ohne menschliche Hilfe scheint es dabei allerdings nicht zu gehen: Fotos zeigen Mitarbeiter des National Park Service, wie sie durch den Pool waten und offenbar versuchen, die grüne Masse aus dem Wasser zu entfernen. Ob die Reinigung vollständig gelingt und wie lange sie möglicherweise anhält, ist unklar.
Kritik an der Auftragsvergabe
Der New York Times zufolge hatte Trump den Auftrag zur Sanierung ohne Ausschreibung vergeben und das eigentlich vorgesehene Verfahren mit dem Verweis auf angebliche Dringlichkeit umgangen. Trump selbst erklärte, er habe eine Firma kontaktiert, die schon in der Vergangenheit für ihn gearbeitet habe: „Ich habe mehr als 100 Schwimmbäder in verschiedenen Gebäuden gebaut.“



