Wall Street: US-Börsen trotzen neuen Risiken – KI-Titel legen weiter zu
US-Börsen trotzen neuen Risiken – KI-Titel legen zu

Die US-Börsen behaupten sich zur Wochenmitte zunächst weitgehend auf ihrem Rekordniveau – trotz zunehmender Spannungen zwischen den USA und dem Iran, weiter anziehender Ölpreise und neuer Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump.

Indizes im Überblick

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte liegt kaum verändert bei 51.199 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 verharrt ebenfalls bei 7593 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq tritt mit 27.022 Punkten praktisch auf der Stelle.

Geopolitische Risiken und Ölpreise

Obwohl die USA und der Iran über eine Verlängerung der seit knapp zwei Monaten geltenden Waffenruhe verhandeln, lieferten sich beide Seiten schwere Feuergefechte. Iranische Treffer am Flughafen von Kuwait richteten in der Nacht schwere Schäden an, töteten mindestens eine Person und verletzten Dutzende weitere. Die Ölpreise legten in der Folge wieder zu. Ein Barrel Brent zur Lieferung im August kostete zuletzt etwa 98 Dollar. Dennoch sehen Marktexperten wie etwa Amanda Lyons von der US-Investmentfirma Energy Group Capital noch Spielraum für weiter steigende Aktienkurse.

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KI-Börsengänge als Kurstreiber

Antrieb für die Kurse liefern die Erwartungen an mögliche Rekord-Börsengänge mehrerer Tech-Riesen in den kommenden Monaten. Neben dem Raumfahrtunternehmen SpaceX von Tesla-Chef Elon Musk wollen auch die KI-Firma Anthropic und deren Konkurrentin OpenAI, die hinter dem Chatbot ChatGPT steht, den Sprung auf das Parkett wagen. Dies sei ein starker Vertrauensindikator für die Märkte, betonte Nataliia Lipikhina, die die Aktienstrategie für die EMEA-Region (Europa, Naher Osten und Afrika) bei der JPMorgan-Privatbank verantwortet.

Zolldrohungen treffen Anleger nicht unvorbereitet

Dass Trump insgesamt 60 Ländern mit neuen Zöllen droht, weil diese Importe von Produkten aus mutmaßlicher Zwangsarbeit nicht verhinderten oder bestehende Importverbote nicht genügend überprüften, beinhalte zwar Risiken für die Märkte, so die Expertin. „Aber die Anleger haben aus dem letzten Jahr ein Drehbuch dafür, wie sich die Lage entwickeln könnte. Die entscheidende Frage ist, wie viel von den Kosten die Unternehmen weitergeben können.“

Arbeitsmarktdaten und Einzelwerte

Dass Amerikas Privatwirtschaft dem Dienstleister ADP zufolge im Mai ein wenig mehr neue Stellen geschaffen hat als prognostiziert, sorgte nur für einen kleinen Stimmungsdämpfer. Am Freitag steht der Arbeitsmarktbericht der Regierung an, der wegen seiner Bedeutung für die US-Geldpolitik viel Beachtung findet.

Marvell Technology und Halbleiterwerte

Bei Marvell Technology hält die Euphorie zur Wochenmitte an. Die Aktien des Halbleiterkonzerns, den Nvidia-Chef Jensen Huang vortags als „nächstes Billionen-Dollar-Unternehmen“ bezeichnet hatte, knüpften mit einem Plus von elf Prozent an den Kurssprung vom Vortag an. Damit dürfte sich ihre Rekordjagd fortsetzen. Auch bei einigen Branchenkollegen wie Micron und Broadcom zeichnen sich weitere Gewinne ab. Broadcom berichtet nach Handelsende über das vergangene Quartal. Für die Titel von Intel und AMD, die zu Wochenbeginn unter dem angekündigten Einstieg des KI-Chip-Riesen Nvidia in das Geschäft mit PC-Hauptprozessoren gelitten hatten, stehen ebenfalls Kursgewinne zu Buche.

Palo Alto Networks

Dagegen drohen den Aktien von Palo Alto Network nach ihrer Rekordjagd weitere Gewinnmitnahmen: Die Titel verlieren mehr als drei Prozent. Das IT-Sicherheitsunternehmen hatte am Dienstag nach Börsenschluss mit einem angehobenen Gewinnausblick auf das laufende Quartal positiv überrascht. Es untermauerte damit die anhaltende Nachfrage nach seinen Produkten – auch wegen Sorgen über Bedrohungen durch den Einsatz von KI. Etliche Analysten hoben daraufhin ihre Kursziele für die Aktien an.

Gamestop

Die Titel des Videospielehändlers springen um 10 Prozent nach oben. Gamestop konnte im vergangenen Quartal seinen Umsatz deutlich steigern und berichtete einen Rekordgewinn. Zudem will die Firma eigene Aktien im Wert von zwei Milliarden US-Dollar zurückkaufen. Jüngst hatte das Unternehmen mit einem gescheiterten Übernahmeversuch der deutlich größeren Online-Handelsplattform Ebay Schlagzeilen gemacht.

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Sherwin-Williams

Die Aktien des Lack- und Farbenherstellers steuern nach dem Rückgang der vergangenen Tage mit plus 3,6 Prozent auf eine Stabilisierung zu. Der Lack- und Farbenhersteller und sein japanischer Branchenkollege Nippon Paint gaben ihre Pläne für eine Übernahme von Akzo Nobel wegen des Widerstands der Niederländer auf.

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