Vor zwei Jahren verließ US-Korrespondentin Helena Wittlich Berlin und zog nach New York. In einem Essay für den Tagesspiegel beschreibt sie ihre Erfahrungen und vergleicht das Leben in beiden Metropolen. „Vergammelte Matratzen am Straßenrand habe ich hier noch nicht gesehen“, stellt sie überrascht fest.
Der Abschied von Berlin
Als Wittlich im Juli 2024 in das Taxi zum Flughafen stieg, standen ihre Freunde oben auf einem Balkon in Friedrichshain und winkten. Kaum fiel die Autotür ins Schloss, flossen bei ihr die Tränen. Der Abschied kam plötzlich, obwohl er sich über ein Jahr lang angebahnt hatte. 13 Jahre lang war Berlin ihr Zuhause gewesen.
Erste Eindrücke aus New York
In New York angekommen, fielen ihr sofort die Unterschiede auf. Die Straßen seien sauberer, die Müllabfuhr effizienter. „In Berlin sieht man oft Sperrmüll oder vergammelte Matratzen am Straßenrand – das habe ich hier noch nicht gesehen“, sagt Wittlich. Auch die Höflichkeit der Menschen sei auffällig. „Die New Yorker sind überraschend freundlich, anders als ihr Ruf.“
Lebensqualität im Vergleich
Wittlich vergleicht die Lebensqualität beider Städte. In Berlin schätze sie die günstigen Mieten und die entspannte Atmosphäre. In New York hingegen sei alles teurer, aber das Angebot an Kultur und Restaurants sei unschlagbar. „New York ist eine Stadt, die niemals schläft – das ist aufregend, aber auch anstrengend“, erklärt sie.
Kulturelle Unterschiede
Besonders die Arbeitsmoral unterscheide sich. „In New York wird hart gearbeitet, aber auch viel gefeiert. In Berlin ist die Work-Life-Balance ausgeprägter“, so Wittlich. Auch das öffentliche Nahverkehrssystem sei in New York zwar dichter, aber oft überfüllt und unzuverlässig. „Die Berliner U-Bahn ist im Vergleich sauberer und pünktlicher.“
Fazit
Trotz aller Unterschiede bereut Wittlich ihren Umzug nicht. „Beide Städte haben ihren eigenen Charme. Ich vermisse Berlin, aber ich liebe New York.“ Sie rät jedem, der über einen Umzug nachdenkt, sich auf neue Erfahrungen einzulassen. „Man wächst an den Herausforderungen.“



