Irans Kill Switch: Wirtschaftliche Folgen des Konflikts
Irans Kill Switch: Wirtschaftliche Folgen des Konflikts

Morning Briefing: Irans Todesschalter für die Weltwirtschaft

Sven Prange | 19.06.2026 - 05:56 Uhr

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

Der bewaffnete Konflikt um den Iran mag an sein Ende gekommen sein, die wirtschaftlichen Folgen stehen erst ganz am Anfang.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Der Ökonom Henning Vöpel, Leiter des Centrums für Europäische Politik, sagt in unserer Titelgeschichte: Trump hinterlässt einen Scherbenhaufen. Der Triumph der Mullahs – und die Risiken für die Weltwirtschaft.

Die Welt habe ein „neues ökonomisches Sockelrisiko“. Ökonomen fürchten vor allem, dass Teheran einen Kill Switch für die Weltwirtschaft entdeckt habe: die Sperrung der Straße von Hormus. Die vergangenen Monate haben gezeigt, dass eine Blockade der Meerenge direkt auf Wachstum, Inflation und Zinsniveau durchschlägt.

Und selbst wenn das Mullah-Regime seine wachsweichen Zusagen hält: Die Folgekosten sind längst nicht überall eingepreist. Der Brent-Preis fiel zwar diese Woche wieder unter die 80-Dollar-Marke und liegt damit nur noch etwa zehn Dollar über dem Vorkriegsniveau. Doch das dürfte eine Zwischenpause sein.

„Für den Markt ist der Krieg inzwischen vorbei“, sagt Arne Lohmann Rasmussen, Chefanalyst von Global Risk Management. Er hält das für leichtfertig: Wir haben Öl aus der Zukunft geliehen. Heißt: Bisher entspannten die weltweiten Reserven den Markt, nur sind die nun leer – und das Angebot bleibt über Monate reduziert. Bis aber die Ölförderung auf Vorkriegsniveau ist, werden vier bis sechs Monate vergehen. Noch langwieriger wird die Erholung bei Gas. Der weltgrößte Anbieter Qatar Energy braucht ab sicherer Öffnung der Straße von Hormus einen Monat für 50 Prozent seiner Vorkriegskapazität, zwei Monate für 80 Prozent – und Jahre für das volle Niveau.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration