Die Zahl der Sozialhilfeempfänger in Niedersachsen ist zum Jahresende 2025 deutlich gestiegen. Wie das Statistische Landesamt mitteilte, lag der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr bei 4,7 Prozent. Insgesamt waren 26.270 Menschen auf die als Sozialhilfe bekannte Unterstützung angewiesen – 1.180 mehr als ein Jahr zuvor.
Was ist Sozialhilfe und wer hat Anspruch?
Die Hilfe zum Lebensunterhalt ist eine zeitlich begrenzte Leistung für Menschen, die ihren Lebensunterhalt vorübergehend nicht aus eigenen Mitteln oder anderen Hilfen bestreiten können. Anders als das Bürgergeld, das sich an arbeitsfähige Arbeitslose richtet, ist die Sozialhilfe für Menschen gedacht, die vorübergehend keiner Arbeit nachgehen können – etwa wegen einer vorübergehenden Erwerbsunfähigkeit, Vorruhestand mit niedriger Rente oder langfristiger Erkrankung. Die Leistung soll ein menschenwürdiges Leben ermöglichen und deckt einen Teil der Ausgaben für Nahrung, Kleidung, Heizung oder Miete.
Anstieg vor allem bei Alleinstehenden
Besonders stark fiel der Zuwachs bei Alleinstehenden aus, die nicht in Einrichtungen wie Pflegeheimen leben. Diese Gruppe verzeichnete den größten prozentualen Anstieg. Insgesamt lebten die Betroffenen etwa zu gleichen Teilen in privaten Wohnungen und in Einrichtungen. Das Durchschnittsalter der Empfänger lag bei knapp 57 Jahren, wobei Frauen etwas häufiger vertreten waren als Männer.
Bezugsdauer steigt auf 29 Monate
Neben der gestiegenen Zahl der Empfänger hat sich auch die durchschnittliche Bezugsdauer verlängert. Sie erhöhte sich um gut einen Monat auf 29 Monate. Dies deutet darauf hin, dass die Betroffenen länger auf Unterstützung angewiesen sind. Die genauen Ursachen für den Anstieg der Sozialhilfezahlen nannte das Statistische Landesamt nicht, verwies aber auf die allgemeine wirtschaftliche Lage und individuelle Notlagen.



