Schockierender Anstieg: 528 Drogentote unter 30 in Deutschland
528 Drogentote unter 30: Alarmierender Anstieg in Deutschland

Im Jahr 2025 starben in Deutschland 528 Menschen unter 30 Jahren an den Folgen des Konsums illegaler Drogen. Das sind rund 53 Prozent mehr als 2021, wie aus Zahlen des Bundeskriminalamts hervorgeht, die der „Bild“-Zeitung vorliegen. Besonders alarmierend ist die Entwicklung bei den unter 20-Jährigen: 106 Jugendliche starben 2025, während es 2021 noch 54 waren – eine Verdopplung innerhalb von vier Jahren. Insgesamt zählten die Behörden 2150 Drogentote im vergangenen Jahr.

Bundesdrogenbeauftragter Streeck zeigt sich erschüttert

Bundesdrogenbeauftragter Hendrik Streeck (CDU) äußerte sich besorgt: „2150 Drogentote – und Deutschland schaut wieder betroffen auf die Zahl, bis sie übermorgen vergessen ist. Ich finde es erschreckend, wie sehr wir uns daran gewöhnt haben.“ Er betonte, dass fast jeder vierte Drogentote inzwischen unter 30 Jahre alt sei. Bei den unter 20-Jährigen habe sich die Zahl seit 2021 fast verdoppelt. „Vier von fünf sterben nach dem Konsum mehrerer Substanzen“, so Streeck. Häufig kombinierten Konsumenten Medikamente, Alkohol und illegale Drogen, ohne die lebensbedrohlichen Folgen zu kennen. Streeck fordert deshalb: „Mehr Prävention, frühere Hilfe und ein Hilfesystem, das Menschen rechtzeitig erreicht.“

Mischkonsum als Hauptrisikofaktor

Als besonders gefährlich gilt der Mischkonsum verschiedener Substanzen. Laut Streeck sterben vier von fünf Drogentoten nach dem Konsum mehrerer Substanzen. Die Kombination von Medikamenten, Alkohol und illegalen Drogen wie Heroin oder Crack führe häufig zu unvorhersehbaren Wechselwirkungen und tödlichen Überdosierungen. Die Behörden warnen vor allem vor der zunehmenden Verbreitung von synthetischen Drogen, die oft in unbekannter Zusammensetzung angeboten werden.

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Regionaler Kokainkonsum: Frankfurt ist Hochburg

Ein Blick ins Abwasser zeigt deutliche regionale Unterschiede beim Drogenkonsum. Die EU-Drogenagentur wertete Stichproben aus 128 europäischen Städten aus, darunter 16 in Deutschland. Das Ergebnis: Die Einnahme von Kokain, MDMA und Amphetaminen nimmt europaweit zu. In Frankfurt am Main kommen auf 1000 Personen satte 724 Milligramm Kokain pro Tag – die Stadt ist laut der Studie die Kokain-Hochburg Deutschlands. Hamburg liegt beim Ketamin-Konsum vorn, während Berlin beim Gesamtkonsum synthetischer Drogen die Nase vorn hat. München führt beim Ecstasy-Konsum, Saarbrücken bei Amphetaminen („Speed“ oder „Pep“).

Illegale Drogen fordern immer mehr Leben

Neben illegalen Drogen tötet auch Alkohol jährlich Tausende Menschen. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen verzeichnet etwa 44.000 alkoholbedingte Todesfälle pro Jahr. Laut Robert-Koch-Institut trinkt fast jeder dritte Erwachsene so viel, dass damit moderate oder hohe Gesundheitsrisiken verbunden sind. Allerdings sinkt der Alkoholkonsum bundesweit – anders als der Konsum illegaler Drogen. Seit den 1970er-Jahren ist die Anzahl der Drogentoten um nahezu 2000 Prozent gestiegen. 1971 brachten US-Soldaten Heroin aus dem Vietnamkrieg nach Deutschland, in den 80ern wurde es zur Partydroge, Anfang der Neunziger kam Ecstasy hinzu, in den 2000ern dann Crystal Meth.

Globaler Trend: UN warnt vor neuartigen synthetischen Substanzen

Das Drogenproblem wächst nicht nur in Deutschland. Die Vereinten Nationen warnten Ende Juni in ihrem Weltdrogenbericht vor einem „beispiellosen Anstieg“ neuartiger synthetischer Substanzen. Diese seien oft extrem potent und schwer kontrollierbar. Die UN fordern verstärkte internationale Zusammenarbeit und Präventionsmaßnahmen, um die Verbreitung dieser gefährlichen Stoffe einzudämmen. In Deutschland appelliert Streeck an die Politik, mehr in Aufklärung und Hilfsangebote für junge Menschen zu investieren, bevor die Zahlen weiter steigen.

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