AVW-Chef Polifka: Reformen der Bundesregierung greifen zu kurz
AVW-Chef: Reformen greifen zu kurz

Der neue Vorsitzende des Allgemeinen Arbeitgeberverbands der Wirtschaft für Sachsen-Anhalt (AVW), Sven Polifka, hat die Reformpläne der Bundesregierung als unzureichend kritisiert. „Diese Reformen – oder Reförmchen – greifen aus meiner Sicht zu kurz“, sagte der Speditionsunternehmer aus Schwanebeck der „Mitteldeutschen Zeitung“ und der „Volksstimme“. Man müsse weniger über Verteilung sprechen und mehr darüber, wie die Wertschöpfung steige.

Mittelstand unter Druck – Sterben in der Fläche

Polifka zeichnete ein düsteres Bild der wirtschaftlichen Lage vieler mittelständischer Unternehmen in Sachsen-Anhalt. Vor allem Speditionen litten darunter, dass sie gestiegene Kosten nicht an Kunden weitergeben könnten. Viele Betriebe bauten deshalb Kapazitäten ab oder gäben ganz auf. „Oft nehmen wir nur die Schwierigkeiten in der Automobilindustrie wahr und nicht das Sterben in der Fläche“, warnte er. Der überwiegende Teil der Unternehmen befinde sich im „Modus Operandi: Mal gucken, wie es wird und wie lange es noch geht“.

Hohe Kosten und Bürokratie als Bremsen

Zu den größten Herausforderungen zählte der Verbandschef hohe Arbeitskosten, die schwächelnde wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, überbordende Bürokratie, hohen Krankenstand und steigende Energiepreise. Die geplanten Steuerentlastungen für kleine und mittlere Einkommen bewertete er skeptisch: „Ich halte es für fraglich, ob das derzeit Geplante der Wirtschaft wirklich hilft.“ Zur Debatte über eine Krankschreibung ab dem ersten Krankheitstag mahnte Polifka: „Wir müssen als Gesellschaft hier mit Augenmaß darauf Acht geben, dass unsere Systeme nicht ausgenutzt werden.“

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Appell vor der Landtagswahl

Mit Blick auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt äußerte Polifka die Hoffnung auf eine hohe Wahlbeteiligung und ein breites Parteienspektrum im Parlament. Den Erfolg der AfD erklärte er vor allem mit der Enttäuschung vieler Menschen über die bisherigen Regierungsparteien. „Man darf die Menschen, also die Wähler, nicht veralbern. Weniger reden, mehr ins ‚Machen‘ kommen“, forderte er. Eine starke Wirtschaftspolitik sei nötig, um Vertrauen zurückzugewinnen und den Standort zu sichern.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration