BaFin leitet Prüfung wegen Bilanzunregelmäßigkeiten ein
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat am Freitag bekanntgegeben, dass sie den Jahresabschluss des Arzneimittelherstellers Dermapharm für das Geschäftsjahr 2025 auf mögliche Verstöße gegen Rechnungslegungsvorschriften untersucht. Es lägen konkrete Anhaltspunkte vor, dass der Konzern gegen geltende Bilanzierungsregeln verstoßen habe, teilte die Aufsichtsbehörde mit.
Vorwürfe: Falsche Buchung und unzureichende Erläuterungen
Im Fokus der Prüfung steht eine Forderung in Höhe von 63,2 Millionen Euro, die mutmaßlich nicht ordnungsgemäß verbucht worden sei. Darüber hinaus sollen Geschäftsvorfälle mit einem nahestehenden Unternehmen in den Erläuterungen zum Jahresabschluss unzureichend dargestellt worden sein. Die BaFin hat angekündigt, die Vorwürfe intensiv zu prüfen und gegebenenfalls weitere Schritte einzuleiten.
Aktie reagiert mit heftigen Kursverlusten
Die Ankündigung der BaFin löste an der Börse einen massiven Kursrutsch aus. Die Aktie von Dermapharm brach im frühen Frankfurter Handel um fast neun Prozent ein. Dies markierte den größten Tagesverlust seit rund neun Jahren. Anleger reagierten verunsichert auf die Nachricht, dass die Bilanz des Unternehmens nun unter genauer Beobachtung der Finanzaufsicht steht.
Geschäftszahlen 2025: Umsatz leicht rückläufig, Gewinn gestiegen
Dermapharm hatte kürzlich seine Geschäftszahlen für das Jahr 2025 vorgelegt. Demnach sank der Umsatz um 1,3 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Der bereinigte operative Gewinn (EBITDA) stieg hingegen um 2,9 Prozent auf 324,8 Millionen Euro. Die Bilanzprüfung durch die BaFin wirft nun jedoch einen Schatten auf die finanzielle Berichterstattung des Unternehmens.
Ausblick und mögliche Konsequenzen
Die BaFin-Prüfung könnte weitreichende Folgen haben. Sollten die Vorwürfe bestätigt werden, drohen dem Unternehmen Bußgelder oder weitere aufsichtsrechtliche Maßnahmen. Zudem könnte das Vertrauen der Anleger nachhaltig beschädigt sein. Dermapharm hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Die Finanzaufsicht betonte, dass die Prüfung noch am Anfang stehe und weitere Informationen eingeholt würden.



