Der norddeutsche Schnaps- und Getränkehersteller Berentzen hat seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr deutlich gesenkt. Hintergrund ist eine anhaltende Konsumschwäche in Deutschland, die vor allem den Absatz hochprozentiger Spirituosen belastet. Im ersten Halbjahr 2026 brach der Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern um mehr als 80 Prozent auf nur noch rund 600.000 Euro ein, wie das Unternehmen auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte. Der Umsatz schrumpfte um gut elf Prozent auf 71 Millionen Euro.
Marktdynamik übertrifft Erwartungen negativ
Vorstandschef Oliver Schwegmann zeigte sich enttäuscht über die Entwicklung: „Die Dynamik der Marktentwicklungen ist aber deutlich ausgeprägter als erwartet“, erklärte er. Die bereits im ersten Quartal sichtbaren negativen Trends hätten sich in den Monaten April bis Juni fortgesetzt. „Im Wesentlichen ist dies nach wie vor auf die anhaltenden Markt- und Konsumschwächen in Deutschland zurückzuführen“, so Schwegmann.
Prognose für 2026 nach unten korrigiert
Für das Gesamtjahr rechnet der Vorstand nun mit einem Umsatz zwischen 151 und 156 Millionen Euro – deutlich weniger als die 162,9 Millionen Euro des Vorjahres. Ursprünglich hatte Berentzen 163 bis 173 Millionen Euro angepeilt. Beim operativen Gewinn vor Zinsen und Steuern erwartet das Unternehmen nur noch 3,5 bis 5 Millionen Euro, nachdem zuvor 7 bis 9 Millionen Euro in Aussicht gestellt worden waren. 2025 hatte der Gewinn noch bei 8,5 Millionen Euro gelegen.
Sortiment und Ausblick
Zur Berentzen-Gruppe gehören neben der Stammmarke Berentzen auch die Spirituosenmarken Doornkaat und Bommerlunder. Zudem produziert das Unternehmen alkoholfreie Getränke wie Mio Mio und in Lizenz Sinalco. Die endgültigen Halbjahreszahlen will der börsennotierte Konzern am 13. August 2026 vorlegen. Analysten rechnen mit einer anhaltend schwierigen Marktlage, da die Verbraucher in Deutschland weiterhin zurückhaltend konsumieren.



