Die Anschaffung von 23 Elektrobussen für die Potsdamer Verkehrsbetriebe (ViP) könnte noch scheitern. Eigentlich sollten die Fahrzeuge bereits vor einem Jahr geliefert werden, um Dieselbusse zu ersetzen. Doch daraus wurde nichts. Nun hat der ViP dem niederländischen Hersteller eine letzte Frist gesetzt. Sollte diese verstreichen, droht die Kündigung des Auftrags. Das berichtet die Märkische Allgemeine.
Hintergrund des Lieferverzugs
Die Busse waren als Ersatz für ältere Dieselfahrzeuge vorgesehen und sollten zur Reduzierung der Emissionen im öffentlichen Nahverkehr beitragen. Der Auftrag wurde vor mehr als einem Jahr vergeben, doch der Hersteller konnte die Liefertermine nicht einhalten. Die Gründe für die Verzögerung sind nicht im Detail bekannt, aber offenbar gab es technische oder produktionstechnische Schwierigkeiten.
Letzte Frist und mögliche Konsequenzen
Der ViP hat dem Hersteller nun eine ultimative Frist gesetzt. „Der Geduldsfaden ist arg strapaziert“, zitiert die Märkische Allgemeine einen Sprecher der Verkehrsbetriebe. Sollte der Hersteller die Frist nicht einhalten, werde man die Kündigung des Vertrags prüfen. Dies hätte weitreichende Folgen: Die Verkehrsbetriebe müssten sich dann nach einem neuen Lieferanten umsehen, was den ohnehin geplanten Umstieg auf Elektromobilität weiter verzögern würde.
Auswirkungen auf den Nahverkehr in Potsdam
Die 23 Elektrobusse sind Teil eines größeren Modernisierungsprogramms der ViP. Sie sollten auf mehreren Linien im Stadtgebiet eingesetzt werden. Ein Scheitern der Lieferung würde bedeuten, dass ältere Dieselbusse weiterhin im Einsatz bleiben müssen. Dies könnte die Luftqualität in Potsdam beeinträchtigen und die Klimaziele der Stadt gefährden. Die ViP hat bereits mehrfach betont, dass man den öffentlichen Nahverkehr umweltfreundlicher gestalten wolle.
Reaktionen aus Politik und Wirtschaft
Die Nachricht hat in Potsdam für Diskussionen gesorgt. Vertreter der Stadtverwaltung zeigen sich enttäuscht über die Verzögerungen. „Wir haben auf eine pünktliche Lieferung gesetzt und sind nun gezwungen, Konsequenzen zu ziehen“, wird ein Stadtrat zitiert. Wirtschaftsverbände fordern derweil mehr Verlässlichkeit von Herstellern bei der Umstellung auf Elektromobilität. Die Situation in Potsdam sei ein warnendes Beispiel für die Herausforderungen bei der Transformation des Verkehrssektors.
Alternativen und nächste Schritte
Sollte der Vertrag tatsächlich gekündigt werden, müsste die ViP schnell handeln. Mögliche Alternativen könnten andere Hersteller von Elektrobussen sein, die bereits Liefererfahrung haben. Allerdings ist der Markt für Elektrobusse in Deutschland noch relativ klein, und die Nachfrage ist hoch. Es bleibt abzuwarten, ob die ViP rechtzeitig Ersatz beschaffen kann. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob der niederländische Hersteller die letzte Frist einhalten kann oder ob die Bestellung endgültig platzt.



