DGB-Chefin Fahimi fordert Hitze-Ausfallgeld für Beschäftigte
DGB-Chefin Fahimi fordert Hitze-Ausfallgeld

DGB-Chefin Yasmin Fahimi erwartet zunehmende Arbeitsausfälle durch Hitze und fordert ein neues gesetzliches Hitze-Ausfallgeld. „In extremen Fällen wird zukünftig witterungsbedingter Arbeitsausfall nicht ausbleiben“, sagte Fahimi der Deutschen Presse-Agentur. „Daher ist der Gesetzgeber aufgefordert, hierfür Regelungen zu finden, die ein Ausfallgeld für Beschäftigte und Arbeitgeber zukünftig solidarisch sichern.“

Jeder Dritte fühlt sich durch Hitze belastet

Eine dem DGB vorliegende Umfrage unter 4.000 Beschäftigten zeigt das Ausmaß des Hitzestresses: Insgesamt fühlt sich mehr als jeder dritte Beschäftigte durch hohe Temperaturen bei der Arbeit stark oder eher stark belastet. Besonders betroffen sind Tätigkeiten im Freien. In Innenräumen ohne Sonnenschutz oder Klimaanlage fühlt sich sogar bis zu jeder Zweite deutlich beeinträchtigt.

Zahlreiche Beschäftigte seien von Hitzestress besonders betroffen, sagte Fahimi. Sie nannte vor allem Beschäftigte, die draußen arbeiten, unter extremem Zeitdruck stehen oder besonders schwer körperlich arbeiten.

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Zeitdruck und körperliche Arbeit verstärken Hitzebelastung

Laut der DGB-Befragung hängt das Gefühl, durch Hitze belastet zu sein, auch vom sonstigen Arbeitsstress ab. 23 Prozent der Beschäftigten ohne Zeitdruck geben deutliche Hitzebelastungen an. Bei Beschäftigten, die oft unter Zeitdruck arbeiten, sind es 48 Prozent. Auch körperlich schwere Arbeit geht deutlich öfter mit starker Hitzebelastung einher.

Fahimi erinnerte daran, dass es etwa Pflegekräfte, Paketzusteller oder Einsatzkräfte bei Hitze oft schwer haben. Die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds warnte vor Arbeitsausfällen, Produktionseinbrüchen und Unfällen durch Hitze. Jeder Hitzetag koste die Wirtschaft 431 Millionen Euro. „Wir können es uns nicht mehr leisten, untätig zu sein.“

Ganzheitliche Strategie und praktische Maßnahmen gefordert

Angesichts der nach Erwartung von Klimaexperten immer zahlreicheren Hitzetage mit mindestens 30 Grad Celsius forderte Fahimi „eine ganzheitliche Strategie“. Als praktische Maßnahmen, auf die man sich frühzeitig verständigen könne, nannte die DGB-Chefin etwa Verschattungen oder bereitzustellende Getränke. Falls nötig, sollten die Chefs auch die Kleiderordnung lockern.

Forderungen nach einem Ausfallgeld mit staatlicher Hilfe hatte es in der Vergangenheit etwa schon von der IG BAU gegeben – und zwar für Tage, an denen Rekordwerte herrschen und es heißen müsse: „runter vom Bau, vom Feld, von der verschmutzten Dachterrasse“. Im Dachdeckerhandwerk gibt es bereits ein Ausfallgeld, wenn ein Arbeitseinsatz bei zu hohen Temperaturen abgesagt werden muss.

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