Die deutschen Landwirte haben in diesem Jahr die geringste Erdbeerernte seit über drei Jahrzehnten eingefahren. Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) belief sich die Freilandernte auf geschätzte 71.300 Tonnen – ein Rückgang von 11,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2025 lag die Menge sogar knapp ein Viertel niedriger. Letztmals wurde 1995 eine geringere Erntemenge verzeichnet.
Anbaufläche schrumpft weiter
Ursache für die schwache Ernte ist die fortgesetzte Verkleinerung der Anbauflächen. Die Fläche für Erdbeeren im Freiland reduzierte sich um 2,9 Prozent auf 7.830 Hektar. Im Vergleich zum Sechsjahresdurchschnitt beträgt der Rückgang sogar 18,5 Prozent. Die Landwirte entscheiden über die Flächennutzung unter anderem nach Absatzchancen und den zu erwartenden Erntekosten. Der Trend zu kleineren Anbauflächen hält damit bereits seit Jahren an.
Auch Spargelernte rückläufig
Ähnlich entwickelt sich die Spargelernte. Mit geschätzten 100.300 Tonnen liegt die Menge 3,4 Prozent unter dem Vorjahr. Der Mittelwert der letzten sechs Jahre wurde um 10,3 Prozent verfehlt. Die Anbaufläche für Spargel ging im Vergleich zu 2025 nur um 1,5 Prozent zurück. Beide Kulturen sind arbeitsintensiv und erfordern zahlreiche Saisonarbeitskräfte. Niedersachsen bleibt mit Abstand das wichtigste Anbaugebiet für Erdbeeren und Spargel in Deutschland.
Die Zahlen basieren auf einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes. Endgültige Ergebnisse werden im Herbst erwartet. Die Entwicklung bereitet der Branche Sorge, da die Nachfrage nach regionalem Obst und Gemüse weiterhin hoch ist.



