Equal Pay Day: Strategien für erfolgreiche Gehaltsverhandlungen von Frauen
Erfolgreiche Gehaltsverhandlungen für Frauen

Equal Pay Day: Frauen verhandeln erfolgreich mehr Gehalt

Am 27. Februar markiert der Equal Pay Day symbolisch den Zeitpunkt, bis zu dem Frauen im Vergleich zu Männern rechnerisch "umsonst" gearbeitet haben, basierend auf dem durchschnittlichen Gehaltsunterschied, dem Gender Pay Gap. Trotz dieser Diskrepanz plant laut einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsunternehmens Bilendi im Auftrag der Jobsuchmaschine Jobtensor.com nur 22 Prozent der weiblichen Beschäftigten in Deutschland, in diesem Jahr eine Gehaltserhöhung zu beantragen, während es bei Männern 27 Prozent sind.

Warum Frauen seltener verhandeln

Gehalts-Coachin Ljubow Strobel beobachtet, dass Frauen seltener Gehaltsgespräche führen, oft aus Angst, unverschämt zu wirken oder das Verhältnis zum Arbeitgeber zu gefährden. Diese Sorge sei jedoch meist unbegründet. Strobel empfiehlt, jährlich Gehaltsgespräche zu initiieren und sich gut vorzubereiten.

Vorbereitung ist der Schlüssel zum Erfolg

Eine erfolgreiche Gehaltsverhandlung beginnt mit gründlicher Recherche. Frauen sollten ihren objektiven Marktwert ermitteln, beispielsweise durch Vergleichsportale wie den Entgeltatlas der Agentur für Arbeit oder Gespräche mit Branchenexperten. Wichtig ist auch die innere Einstellung: Statt vager Gründe wie Betriebszugehörigkeit oder persönlicher Bedürfnisse sollten konkrete, inhaltliche Argumente gesammelt werden.

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Überzeugende Argumente für den Chef

Strobel rät, mit messbaren Erfolgen zu argumentieren, etwa eingesparten Kosten oder generiertem Umsatz, und dabei die Perspektive des Vorgesetzten einzunehmen. Es gilt, den eigenen Mehrwert für das Unternehmen klar darzulegen, da Chefs nicht automatisch gute Arbeit belohnen. Alternativ können auch nicht-monetäre Beiträge wie Teambindung oder positive Arbeitsatmosphäre als Argumente dienen, unterstützt durch Feedback von Kollegen oder schriftliche Nachweise.

Praktische Tipps für die Verhandlung

Beim Nennen einer Gehaltsforderung sollte die obere Grenze der Marktwert-Spanne gewählt werden, um Raum für Verhandlungen zu lassen. Bei Ablehnung empfiehlt Strobel, vorbereitete Musterantworten zu nutzen, etwa auf Budgetargumente mit eigenen Erfolgen zu kontern oder auf Kollegenvergleiche mit der eigenen Leistung zu verweisen. Schweigen des Chefs sollte ausgehalten werden, ohne sich zu rechtfertigen.

Juristische Unterstützung durch neue EU-Richtlinie

Fachanwältin Pia-Alexandra Kappus weist auf die bevorstehende Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie bis zum 7. Juni 2026 hin. Diese stärkt die Auskunftsrechte von Beschäftigten, verpflichtet Arbeitgeber zur Überprüfung von geschlechtsbezogenen Entgeltunterschieden ab fünf Prozent und erleichtert die Durchsetzung gleicher Löhne. Ab 100 Mitarbeitenden müssen Berichte vorgelegt werden, und Bewerber erhalten vorab Informationen zur Vergütung.

Wenn Verhandlungen scheitern

Falls Gehaltsgespräche erfolglos bleiben, rät Strobel, den Marktwert durch Bewerbungen anderswo zu testen. Mit einem externen Angebot kann das Gespräch mit dem aktuellen Arbeitgeber neu aufgenommen werden, oft mit erfolgreichem Ergebnis. Diese proaktive Herangehensweise kann helfen, langfristig mehr Gehalt zu erreichen und den Gender Pay Gap zu verringern.

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