In der Europäischen Union ist die Beschäftigungsquote von Zuwanderern im Jahr 2025 auf ein Rekordhoch von 68,2 Prozent gestiegen. Dies geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie der Rockwool Foundation Berlin (RFBerlin) hervor. Der Anteil der erwerbstätigen Migranten erhöhte sich damit um 0,4 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr (67,8 Prozent) und setzte den stetigen Aufwärtstrend der vergangenen Jahre fort.
Größte Zuwächse bei Nicht-EU-Zuwanderern
Besonders deutlich fiel der Anstieg bei Migranten aus Nicht-EU-Ländern aus: Deren Beschäftigungsquote kletterte von 59,4 Prozent im Jahr 2017 auf nunmehr 66 Prozent. Auch bei EU-Zuwanderern legte die Quote zu – von 71,1 auf 74,8 Prozent. Die einheimische Bevölkerung verzeichnete einen Anstieg von 67,2 auf 71,6 Prozent. „Der Anteil der Zuwanderer in Beschäftigung steigt seit vielen Jahren, und die Zahlen liegen nahe an denen der einheimischen Bevölkerung“, sagte Tommaso Frattini, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Mailand.
Unterschiede nach Herkunft und Aufnahmeland
Die Studie zeigt erhebliche Unterschiede je nach Herkunftsregion und Gastland. In vielen EU-Staaten erreichen oder übertreffen Migranten aus anderen EU-Mitgliedstaaten die Beschäftigungsquoten der Einheimischen. Bei Zuwanderern aus Nicht-EU-Ländern variieren die Quoten dagegen stark: Spitzenreiter sind Malta (83,7 Prozent), Tschechien (77,3 Prozent) und Irland (76,1 Prozent), während Belgien (58,5 Prozent) und Finnland (58,6 Prozent) die niedrigsten Werte aufweisen.
In Deutschland liegt die Beschäftigungsquote von Nicht-EU-Zuwanderern bei 66,1 Prozent, während Einheimische 79,6 Prozent und EU-Zuwanderer 78,6 Prozent erreichen. In Österreich beträgt die Quote für Nicht-EU-Migranten 65,4 Prozent (Einheimische: 76,1 Prozent, EU-Zuwanderer: 76,0 Prozent).
Verbleibende Lücken bei Frauen und Hochqualifizierten
Die verbleibende Beschäftigungslücke konzentriert sich zunehmend auf bestimmte Gruppen. Besonders Frauen aus Nicht-EU-Ländern haben weiterhin eine deutlich niedrigere Erwerbsquote als einheimische Frauen oder Frauen aus anderen EU-Staaten. Auch hochqualifizierte Zuwanderer aus Nicht-EU-Ländern finden in weiten Teilen Europas seltener eine ihren Qualifikationen entsprechende Beschäftigung als Einheimische mit gleichem Bildungsniveau.
„Europa hat bemerkenswerte Fortschritte bei der Integration von Zuwanderern in den Arbeitsmarkt erzielt“, sagte Christian Dustmann, Direktor von RFBerlin. „Die Herausforderung besteht heute nicht mehr darin, Zuwanderer einfach nur in Arbeit zu bringen.“ Vielmehr müsse sichergestellt werden, dass ihre Qualifikationen voll ausgeschöpft werden. Eine bessere Anerkennung ausländischer Qualifikationen, der Abbau unnötiger Zertifizierungshürden und eine höhere Erwerbsbeteiligung von Nicht-EU-Frauen könnten dazu beitragen, den Arbeitskräftemangel zu lindern.



