Der Fachkräftemangel in Deutschland zählt zu den am besten prognostizierten Problemen des Landes. Schon lange warnen Experten vor der enormen Lücke, die vor allem das Ausscheiden der Boomer-Generation aus dem Arbeitsleben reißen wird. Bereits jetzt ist der Mangel etwa an Pflegekräften dramatisch.
Herausforderungen bei der Fachkräftezuwanderung
Bislang ging die Politik davon aus, dass sich das Problem zumindest teilweise durch verstärkte Zuwanderung qualifizierter Arbeitnehmer lösen ließe. Aber wird das klappen? Wie mühsam das Werben um Fachkräfte ist, hat jetzt erneut die Asien-Reise des Bundespräsidenten gezeigt. Die Bundesregierung hat zwar zahlreiche Vereinbarungen mit potenziellen Auswandererländern geschlossen, aber Deutschland steht in einem harten Konkurrenzkampf mit vielen anderen wohlhabenden Staaten.
Die Jobs hierzulande sind für gut ausgebildete junge Leute in Asien, Lateinamerika oder Afrika oft gar nicht so attraktiv wie vermutet. Die deutsche Sprache ist schwer zu lernen, die Hürden bei der Anerkennung von Qualifikationen sind zum Teil hoch. Es gibt zu wenige Wohnungen, dafür Bürokratie im Überfluss. Nun schreckt auch noch die anhaltende Schwäche der Wirtschaft ab.
Fehlende Willkommenskultur
Vor allem aber: Nachdem sich Teile der Gesellschaft an der unkontrollierten Zuwanderung von Asylbewerbern wundgerieben haben, fehlt es Deutschland jetzt an einer Willkommenskultur für die umworbenen Migranten. Da ist neben der Politik auch die Gesellschaft gefragt.
Deutschland muss sich sputen. Geht die Rechnung mit der Fachkräftezuwanderung nicht auf, heißt die Alternative: Der Druck auf die Bundesbürger, mehr und länger zu arbeiten, wird noch größer.



