Viele ältere Beschäftigte in Mecklenburg-Vorpommern streben einer neuen Untersuchung der Krankenkasse DAK-Gesundheit zufolge einen vorzeitigen Ausstieg aus dem Berufsleben an. Laut dem DAK-Gesundheitsreport „Arbeiten ab 50“ äußerten 47 Prozent der Befragten ab 50 Jahre diesen Wunsch. Nur 31 Prozent aller Befragten über alle Altersgruppen hinweg möchten bis zum Erreichen der gesetzlichen Regelaltersgrenze arbeiten. 18 Prozent können sich sogar vorstellen, über dieses Alter hinaus erwerbstätig zu bleiben.
Gesundheit als entscheidender Faktor für den Rentenwunsch
Die Umfrage zeigt deutliche Unterschiede je nach Gesundheitszustand: Von den Beschäftigten mit einem schlechteren Gesundheitszustand planen 51 Prozent einen Renteneintritt vor der gesetzlichen Altersgrenze. Insgesamt denken 39 Prozent aller Befragten über einen früheren Ausstieg aus dem Erwerbsleben nach. „Ob Menschen länger arbeiten möchten, hängt auch von ihrer Gesundheit ab“, heißt es in dem Report.
Für die Analyse wertete das IGES Institut die Krankenstandsdaten aller bei der DAK versicherten Beschäftigten in Mecklenburg-Vorpommern aus. Zudem führte das Meinungsforschungsinstitut Forsa eine repräsentative Bevölkerungsumfrage durch. Die Ergebnisse basieren auf den Krankschreibungen von rund 64.000 erwerbstätigen Versicherten der DAK in Mecklenburg-Vorpommern. Bundesweit wurden im November 2025 insgesamt 7.086 Beschäftigte online befragt, davon 3.548 ab 50 Jahren. In Mecklenburg-Vorpommern waren es 208 Befragte, darunter 105 ab 50 Jahren.
Ältere Beschäftigte seltener, aber länger krankgeschrieben
Ein weiteres zentrales Ergebnis des Reports betrifft die Krankheitsausfälle: Ältere Beschäftigte sind seltener, aber im Durchschnitt länger krankgeschrieben. Bei den Beschäftigten ab 50 Jahren lag der Krankenstand im Jahr 2025 bei durchschnittlich 8,7 Prozent. Zum Vergleich: Bei 66-Jährigen in Mecklenburg-Vorpommern betrug der Krankenstand im Schnitt 11 Prozent. Die Zahl der Krankschreibungen je 100 Versicherte lag bei den über 50-Jährigen bei 180 Fällen, während sie bei den unter 50-Jährigen mit 235 Fällen deutlich höher ausfiel. Allerdings dauerten die Krankmeldungen bei den älteren Erwerbstätigen mit durchschnittlich 17,7 Tagen wesentlich länger als bei den unter 49-Jährigen, die im Schnitt nur 8,9 Tage krankgeschrieben waren.
DAK-Landeschef fordert altersgerechte Arbeitsbedingungen
„Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels wird es für Unternehmen immer wichtiger, erfahrene Beschäftigte gesund, motiviert und leistungsfähig im Berufsleben zu halten“, kommentierte der Landeschef der DAK-Gesundheit in Mecklenburg-Vorpommern, Andreas Mirwald, die Zahlen. „Dafür braucht es Wertschätzung, altersgerechte Arbeitsbedingungen und ein betriebliches Gesundheitsmanagement, das auch auf die Bedürfnisse älterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingeht.“
Offenheit gegenüber der Aktivrente
Die Studie beleuchtet auch die Einstellung zur sogenannten Aktivrente, einer neuen Regelung, die es Rentnern erlaubt, in begrenztem Umfang steuerfrei hinzuzuverdienen. 57 Prozent der Beschäftigten ab 50 Jahren in Mecklenburg-Vorpommern stehen dieser Option grundsätzlich offen gegenüber. 24 Prozent können sich die Nutzung einer Aktivrente gut vorstellen, weitere 33 Prozent schließen dies nicht aus. 43 Prozent lehnen die Aktivrente klar ab.
Die DAK-Gesundheit ist nach eigenen Angaben die drittgrößte gesetzliche Krankenkasse in Deutschland. Der vollständige Gesundheitsreport „Arbeiten ab 50“ bietet weitere Details zu den Erwerbs- und Gesundheitsperspektiven älterer Beschäftigter.



