Ghost Bikes in Brandenburg: Weiße Räder mahnen vor tödlichen Radunfällen
Ghost Bikes in Brandenburg: Mahnmale für getötete Radfahrer

In Brandenburg erinnern sogenannte Ghost Bikes an getötete Radfahrer. Die weiß gestrichenen Fahrräder werden an den Unfallstellen aufgestellt, meist angekettet an Masten oder Bäume. Der Landesverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) kümmert sich um die Mahnmale. „Die Idee ist es, jeden getöteten Radfahrer sichtbar zu machen“, sagt Philipp Otto, Sprecher der Potsdamer Ortsgruppe des ADFC.

Elf Ghost Bikes in Potsdam, viele weitere im Land

Allein in Potsdam gibt es elf solcher Geisterräder. Im gesamten Bundesland sind es weit mehr, genaue Zahlen liegen dem ADFC jedoch nicht vor. „Gerade auch im Ländlichen, wo es weniger häufig zu Radfahrunfällen kommt, ist Sichtbarkeit wichtig“, betont Otto. Zuletzt stellte der Verband ein Ghost Bike in Babelsberg auf: Ein 82-jähriger Radfahrer war dort an der Kreuzung Fritz-Zubeil-Straße Ecke Ulmenstraße von einem Lastwagen überfahren worden.

Rücksprache mit Hinterbliebenen

Nicht immer wünschen sich Angehörige der Getöteten ein Ghost Bike. „Daher stellen wir weniger weiße Fahrräder auf als es tödliche Unfälle gibt“, erklärt Antje Schregel, Geschäftsführerin des ADFC-Landesverbands. In einem Fall stellten Angehörige ein originales Unfallrad am Neuen Palais auf, um an einen 50-jährigen Radfahrer zu erinnern, der von einer Autofahrerin erfasst worden war, die auf die Gegenfahrbahn geraten war. Jährlich gedenkt der ADFC der Toten beim „Ride of Silence“.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Steigende Unfallzahlen – Vision Zero bleibt Vision

Laut Unfallstatistik der Brandenburger Polizei starben im vergangenen Jahr 19 Radfahrer im Straßenverkehr, im Jahr zuvor waren es 12. Für den ADFC steht diese Entwicklung im Widerspruch zur „Vision Zero“ der Landesregierung, die null Schwerverletzte und Tote im Verkehr anstrebt. „Das Land Brandenburg strebt nach dem Ziel der Vision Zero, um künftig schwerverletzte oder getötete Personen im Straßenverkehr zu verhindern“, heißt es in der Radverkehrsstrategie bis 2030. Der ADFC fordert daher mehr Investitionen in eine bessere Radinfrastruktur.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration