Ifo-Umfrage: Jede fünfte Firma sieht KI als Ersatz für Hochschulabschluss
Ifo-Umfrage: Jede fünfte Firma sieht KI als Ersatz für Studium

Künstliche Intelligenz verändert die Arbeitswelt grundlegend. Einer aktuellen Umfrage des Münchner Ifo-Instituts zufolge sieht bereits jedes fünfte Unternehmen, das KI einsetzt, in der Technologie einen potenziellen Ersatz für formale Qualifikationen wie einen Hochschulabschluss. Rund 20 Prozent der befragten Firmen geben an, dass es ihnen leicht oder sehr leicht fällt, Hochschulabsolventen durch weniger qualifizierte, aber im Umgang mit KI geschulte Mitarbeiter zu ersetzen.

KI als Alternative zu Berufserfahrung

Der Trend beschränkt sich nicht nur auf akademische Abschlüsse. Auch Berufserfahrung verliert an Bedeutung: Etwa 15 Prozent der Unternehmen halten es für problemlos, erfahrene Mitarbeiter durch unerfahrene, jedoch KI-nutzende Arbeitskräfte zu ersetzen. „KI verändert die Arbeitswelt und kann in manchen Bereichen formale Qualifikationen und Erfahrungen teilweise ersetzen“, erklärt Ifo-Forscherin Anna Ruffert.

Handel als Vorreiter

Besonders stark zeigt sich diese Entwicklung im Handel. Hier geben 28,6 Prozent der Unternehmen an, dass sie (Fach-)Hochschulabschlüsse leicht durch KI-gestützte Arbeitskräfte ersetzen können. Bei den Dienstleistern liegt der Anteil bei 19,7 Prozent, im Verarbeitenden Gewerbe bei 14,6 Prozent. Die Kompensation von Berufserfahrung fällt den Firmen hingegen schwerer: „Berufserfahrung ist für Unternehmen offenbar etwas schwerer durch KI zu kompensieren als formale Abschlüsse“, so Ruffert.

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Mehrheit sieht Grenzen

Trotz dieser Zahlen teilt die Mehrheit der Unternehmen die Einschätzung nicht, dass KI ein vollwertiger Ersatz für qualifizierte Arbeitskräfte sei. Mehr als die Hälfte (55,4 Prozent) der KI-nutzenden Betriebe hält es für schwer oder gar nicht möglich, Hochschulabsolventen durch weniger qualifizierte, KI-unterstützte Mitarbeiter zu ersetzen. Beim Austausch erfahrener durch unerfahrene Mitarbeiter liegt dieser Anteil sogar bei 62,7 Prozent.

Verbreitung von KI in deutschen Unternehmen

Laut der Umfrage setzen derzeit 54,5 Prozent der Unternehmen in Deutschland KI in ihren Geschäftsprozessen ein. Weltweit haben zahlreiche Firmen in den vergangenen Monaten Stellenstreichungen aufgrund des verstärkten KI-Einsatzes angekündigt. Die britische Großbank Standard Chartered will etwa 7000 Jobs abbauen, auch Meta und Amazon bauen Personal ab. Dies schürt vor allem bei Berufseinsteigern Zukunftsängste. Einer Gallup-Umfrage zufolge bereitet KI mehr als 70 Prozent der Generation Z (Jahrgänge 1997 bis 2012) Sorgen oder ruft Unmut hervor.

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