Auch nach dem offiziellen Start des Ausbildungsjahres am 1. August 2026 sind in Nordrhein-Westfalen noch zahlreiche Ausbildungsstellen offen. Das beruht auf der jüngsten Statistik der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit, die das NRW-Arbeitsministerium veröffentlicht hat. Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) rief alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen dazu auf, die Suche nach einem Platz fortzusetzen. „Deshalb ist es wichtig, dass niemand seine Suche zu früh aufgibt“, erklärte der Minister.
Bereits einen Monat vor Beginn des Ausbildungsjahres waren im bevölkerungsreichsten Bundesland mehr als 34.200 Lehrstellen unbesetzt. Diese Zahlen stammen von der Regionaldirektion NRW. Das Ministerium betont, dass es sich um eine Momentaufnahme handelt: Manche Stellen werden täglich besetzt, andere kommen neu hinzu. Dennoch zeige der Wert, wie groß der Bedarf an Fachkräftenachwuchs in NRW weiterhin ist.
Die offenen Ausbildungsplätze verteilen sich auf viele Branchen. Besonders gefragt sind Auszubildende im Handwerk, in der Industrie, im Handel, in der Verwaltung, der IT und im sozialen Bereich. Gerade dort sei die Nachfrage nach motivierten Nachwuchskräften ungebrochen, heißt es aus dem Ministerium. Wer noch keinen Platz hat, sollte sich daher zeitnah bei den Arbeitsagenturen oder direkt in den Betrieben bewerben.
Laumann: Suche nicht aufgeben
„Nicht nur diejenigen, die bereits zum 1. August starten wollten, haben gute Chancen. Auch ein späterer Eintritt ist in vielen Berufen möglich“, so eine Sprecherin des Ministeriums. In der Praxis gehen viele Ausbildungen ebenfalls im September oder Oktober los, weil Betriebe und Berufsschulen hier flexibel sind. Das Arbeitsministerium rät deshalb, die Bewerbungsbemühungen auch nach dem Stichtag fortzusetzen.
Programm „Ausbildungswege NRW“ unterstützt
Die NRW-Landesregierung hilft bei der Vermittlung und der Wahl des passenden Berufs mit dem Programm „Ausbildungswege NRW“. Es richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene, die Unterstützung bei der Orientierung oder beim Bewerbungsverfahren benötigen. Ziel ist es, Ausbildungsabbrüche zu vermeiden und die Übergänge von der Schule in den Beruf zu verbessern.
Ein weiteres Angebot ist die Teilzeitberufsausbildung. Diese Möglichkeit wurde speziell für Menschen entwickelt, die in der Familie Verantwortung tragen – etwa für Kinder oder pflegebedürftige Angehörige. Sie können ihre Ausbildung in Teilzeit absolvieren und so eigenen Berufswunsch und familiäre Pflichten miteinander vereinbaren.
Zwei Millionen Euro aus dem ESF für behinderte Jugendliche
Um die Ausbildung von jungen Menschen mit Behinderung zu fördern, investiert das Land jährlich zwei Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF). Mit diesen Mitteln werden zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen und unterstützt. Laut Ministerium geht es darum, Barrieren abzubauen und allen jungen Menschen eine faire Chance auf dem Arbeitsmarkt zu geben.
Werkstattjahr hilft benachteiligten Jugendlichen
Für Jugendliche, die die Schule ohne ausreichende Betriebs- und Ausbildungsreife verlassen, gibt es das Werkstattjahr. Dieses Angebot wird gemeinsam mit Arbeitsagenturen und Jobcentern gefördert. In geschützten Werkstätten und Praktika können die Teilnehmenden erste berufliche Erfahrungen sammeln, ihre sozialen Kompetenzen stärken und den Sprung in eine reguläre Ausbildung schaffen. Das Werkstattjahr versteht sich als Brückenangebot auf dem Weg in den Beruf.
Arbeitsminister Laumann unterstreicht, dass die Chancen gerade im aktuellen Jahr besonders gut seien. Die geburtenstarken Jahrgänge seien im Ausbildungsalter, gleichzeitig machten sich der demografische Wandel und die anhaltende Fachkräftenachfrage bemerkbar. Alle, die jetzt noch unentschlossen sind, sollten die Angebote der Arbeitsagentur und der Landesregierung nutzen, betonte er.



