Die Stadtverwaltung Neu-Ulm hat in einer aktuellen Bürgerumfrage überdurchschnittliche Leistungen bescheinigt bekommen. Wie die Stadt am Dienstag mitteilte, bewerteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die angebotenen Dienstleistungen im Schnitt mit der Schulnote 2,1 – und damit deutlich besser als den bayerischen Landesdurchschnitt von 2,6.
Insgesamt 87,5 Prozent der Befragten zeigten sich mit der Arbeit der Verwaltung zufrieden oder sehr zufrieden. Im Jahr 2022 lag dieser Wert noch bei 82 Prozent. Damit erreicht die Stadt den höchsten Zufriedenheitswert seit Beginn der regelmäßigen Erhebungen im Jahr 2015.
Methodik und Durchführung
Die Umfrage wurde von einem unabhängigen Meinungsforschungsinstitut im Zeitraum von März bis Mai durchgeführt. Dafür wurden 3.000 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger ab 16 Jahren angeschrieben. Die Rücklaufquote lag bei beachtlichen 42 Prozent, was nach Angaben der Stadt für eine hohe Aussagekraft spricht.
Die Stichprobe wurde nach Alter und Geschlecht gewichtet, sodass die Ergebnisse repräsentativ für die rund 60.000 Einwohner zählende Stadt sind. Die statistische Fehlertoleranz liege bei maximal 2,5 Prozentpunkten, hieß es.
Positive Entwicklung seit 2015
Seit der ersten Erhebung im Jahr 2015 steigt die Zufriedenheit nahezu kontinuierlich: Lag sie damals bei 78 Prozent, stieg sie über 80 Prozent im Jahr 2018 auf 82 Prozent im Jahr 2022. Der jetzt erreichte Wert von 87,5 Prozent bedeutet eine Steigerung um 5,5 Prozentpunkte innerhalb von zwei Jahren.
Besonders hervorzuheben ist laut Stadtverwaltung die Bewertung des Bürgerbüros: Mit einer Durchschnittsnote von 1,8 schnitt dieser Bereich am besten ab. Auch die Freundlichkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurde mit 1,9 bewertet und liegt damit deutlich über dem Landesschnitt.
Einzelbewertungen und Altersgruppen
Die telefonische Erreichbarkeit der Ämter erhält eine Note von 2,1, die Öffnungszeiten mit 2,5 eine ebenfalls überdurchschnittliche Bewertung. Selbst die in vielen Kommunen kritisierten Bereiche wie die Bearbeitungsdauer von Anträgen erreichen mit 2,3 einen guten Wert.
Betrachtet man die Altersgruppen, zeigen sich vor allem die Senioren mit 89,1 Prozent zufrieden, dicht gefolgt von den 30- bis 49-Jährigen mit 88,2 Prozent. Etwas kritischer, aber immer noch überdurchschnittlich, sind die 18- bis 29-Jährigen mit 85,4 Prozent.
Reaktion der Oberbürgermeisterin
„Dieses Ergebnis ist eine wunderbare Anerkennung für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich tagtäglich für die Belange der Bürgerinnen und Bürger einsetzen“, sagte Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger. „Gleichzeitig nehmen wir die Kritikpunkte ernst und arbeiten konsequent an Verbesserungen.“
Die Stadtverwaltung will unter anderem die Online-Terminvergabe ausbauen, die Wartezeiten im Bürgerbüro verkürzen und die Digitalisierung der Aktenbearbeitung vorantreiben. Auch die Öffnungszeiten einzelner Ämter werden überprüft.
Vergleich mit anderen Städten
Im Vergleich mit anderen bayerischen Kommunen schneidet Neu-Ulm überdurchschnittlich ab. So erreichten die Städte Kempten und Memmingen in ihren jüngsten Umfragen Zufriedenheitswerte von 80 bis 83 Prozent – Neu-Ulm liegt damit fünf bis sieben Prozentpunkte darüber.
Die Kosten für die Durchführung der Umfrage beliefen sich auf rund 25.000 Euro. Der Stadtrat hatte die Mittel zuvor einstimmig genehmigt. Die vollständigen Ergebnisse sind auf der Website der Stadt öffentlich einsehbar und dienen als Grundlage für die strategische Ausrichtung der Verwaltung in den kommenden Jahren.



