Playmobil schließt Werk in Dietenhofen – 350 Arbeitsplätze in Mittelfranken gefährdet
Playmobil schließt Werk – 350 Jobs in Franken bedroht

Playmobil schließt Werk in Dietenhofen – 350 Arbeitsplätze in Mittelfranken gefährdet

Der Spielwarenhersteller Horst Brandstätter Group plant die Schließung des Playmobil-Werks in Dietenhofen im Landkreis Ansbach. Nach mehr als 50 Jahren Produktion am Standort soll die Fertigung an andere Standorte verlagert werden. Von dieser Entscheidung sind insgesamt 350 Arbeitsplätze betroffen, was bei der Belegschaft und den Interessenvertretungen auf massive Kritik stößt.

Gewerkschaft und Betriebsrat protestieren vehement

Die Gewerkschaft IGBCE und der Betriebsrat wehren sich entschieden gegen die geplante Schließung. Sie fordern einen fairen Ausgleich für die betroffenen Mitarbeitenden und betonen, dass dieser Schritt der falsche Weg sei. Am Dienstag riefen sie zu einer Protestkundgebung vor dem Werk in Dietenhofen auf, an der sich rund 120 Beschäftigte aus Früh- und Spätschicht beteiligten. Diese Kundgebung markierte laut IGBCE erst den Anfang der Proteste.

Kommunikation des Unternehmens in der Kritik

Besonders kritisiert wird die Art und Weise, wie der Hersteller über das geplante Aus für die Fertigung informiert hat. Auf der weltgrößten Spielwarenmesse in Nürnberg Ende Januar hatte Playmobil-Vorstand Bahri Kurter noch optimistische Töne angeschlagen und von einer möglichen Trendumkehr sowie positiven Aussichten für das kommende Geschäftsjahr gesprochen. Nur eine Woche später wurde die Belegschaft dann über die Verlagerung der Produktion informiert.

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"So geht man nicht mit Menschen um, die teilweise seit Jahrzehnten hier arbeiten", erklärte Harald Sikorski, Landesbezirksleiter der IGBCE in Bayern. In Dietenhofen werden seit über 50 Jahren die international bekannten Playmobilfiguren hergestellt, was die emotionale Bindung und die wirtschaftliche Bedeutung des Standorts unterstreicht.

Hintergründe der Schließungsentscheidung

In den vergangenen Jahren haben die Playmobil-Spielwelten nicht mehr so viele Käufer gefunden wie zuvor. Der Hersteller büßte eigenen Angaben zufolge mehr als ein Drittel seines Umsatzes ein. Eine Neuausrichtung der Marke und Innovationen sollen das Unternehmen wieder auf Wachstumskurs bringen. Diese strategische Anpassung führt nun zur Verlagerung der Produktion, was jedoch die Arbeitsplatzsicherheit in Mittelfranken gefährdet.

Ziele der Proteste und weitere Entwicklungen

Gewerkschaft und Betriebsrat kündigten an, dass die Kundgebung erst der Anfang der Proteste gewesen sei. Ihr Ziel ist es, die Unternehmensleitung zu Verhandlungen über Alternativen zur Standortschließung zu bewegen. Gemeinsam wollen sie Perspektiven für die 350 betroffenen Beschäftigten entwickeln, um die sozialen Folgen der Entscheidung abzufedern. Die IGBCE betonte, dass sie weiterhin für die Interessen der Mitarbeitenden eintreten wird.

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