Rentner mit Jobs: Anteil steigt – nicht nur wegen Geld
Rentner mit Jobs: Anteil steigt

Immer mehr Menschen in Deutschland arbeiten über das Rentenalter hinaus: Der Anteil der Beschäftigten ab 65 Jahren ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Demnach waren im Jahr 2023 rund 1,3 Millionen Menschen ab 65 Jahren erwerbstätig – so viele wie nie zuvor. Das entspricht einem Anstieg um rund 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Nicht nur Geld: Gründe für die Weiterarbeit

Die Motive der älteren Arbeitnehmer sind vielfältig. „Vielen geht es nicht ums Geld, sondern um soziale Kontakte und die Freude an der Arbeit“, sagt Ökonom Enzo Weber vom IAB. Die steigende Lebenserwartung und die bessere Gesundheit im Alter spielen ebenfalls eine Rolle. Viele Rentner wollen ihre Erfahrung weitergeben oder sich gesellschaftlich engagieren.

Allerdings gibt es auch eine wachsende Gruppe, die aus finanziellen Gründen weiterarbeiten muss. Die gesetzliche Rente reicht oft nicht aus, um den Lebensstandard zu halten. Besonders betroffen sind Geringverdiener und Selbstständige, die nicht ausreichend vorgesorgt haben.

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Arbeitsmarkt profitiert von erfahrenen Fachkräften

Die Unternehmen profitieren von den älteren Arbeitskräften. Sie bringen nicht nur Fachwissen und Erfahrung mit, sondern helfen auch, den Fachkräftemangel zu lindern. Im Handwerk, im Gesundheitswesen und in der Industrie sind Rentner zunehmend gefragt. Viele Firmen bieten flexible Arbeitsmodelle an, um ältere Mitarbeiter zu halten.

Die Politik diskutiert derweil über Anreize, das Arbeiten im Rentenalter attraktiver zu machen. Steuerliche Vergünstigungen und flexible Rentenübergänge sind im Gespräch. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Erwerbsbeteiligung Älterer zu erhöhen, um dem demografischen Wandel zu begegnen.

Regionale Unterschiede und Ausblick

Die Entwicklung ist regional unterschiedlich. In strukturschwachen Regionen ist der Anteil arbeitender Rentner niedriger als in Ballungsräumen. Dort fehlen oft passende Arbeitsplätze oder die Wege sind zu lang. In Großstädten wie München oder Berlin sind die Zahlen überdurchschnittlich hoch.

Experten erwarten, dass der Trend anhält. Die Babyboomer-Generation erreicht in den kommenden Jahren das Rentenalter, und viele werden weiterarbeiten wollen oder müssen. Die Arbeitsmarktpolitik steht vor der Herausforderung, die Bedingungen für ältere Arbeitnehmer zu verbessern und Vorurteile abzubauen.

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