Hitze legt Nazi-Schiffswracks in der Donau frei
Hitze legt Nazi-Schiffswracks in der Donau frei

Die anhaltende Hitzewelle hat den Wasserstand der Donau so stark absinken lassen, dass in Serbien mehrere Schiffswracks der deutschen Kriegsmarine aus dem Zweiten Weltkrieg freigelegt wurden. Wie serbische Medien berichten, klettern Schaulustige in der Nähe des Flusshafens Prahovo auf den verwitterten Relikten der einstigen Naziflotte herum. Auch in den vergangenen Jahren waren die Wracks bei besonders heißen Sommern immer wieder sichtbar geworden.

Wracks vor dem Eisernen Tor

Besonders in dem Donauabschnitt vor dem sogenannten Eisernen Tor – einem Durchbruchstal der Donau an der Grenze zwischen Serbien und Rumänien – häufen sich solche Wracks. Die deutsche Kriegsmarine hatte dort Teile ihrer Schwarzmeerflotte selbst versenkt. Der Flottenverband befand sich auf dem Rückzug und wurde von der sowjetischen Donaumilitärflottille verfolgt. Die rund 200 versenkten Schiffe sollten die Donau für die Verfolger unpassierbar machen.

Die Wracks bei Prahovo stellen für die Donauschifffahrt bei niedrigen Wasserständen ein gefährliches Hindernis dar. Ein von der Europäischen Union (EU) gefördertes Programm sieht vor, besonders ungünstig platzierte alte Nazischiffe nach und nach aus dem Wasser zu ziehen. Von 21 dafür ausersehenen Wracks seien bis April dieses Jahres 7 geborgen worden, berichtete die Website des staatlichen Fernsehens RTS.

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Hintergrund: Die Versenkung der Schwarzmeerflotte

Die Versenkung der Schiffe erfolgte im Jahr 1944, als die deutsche Armee auf dem Balkan vor der vorrückenden Roten Armee zurückwich. Die Besatzungen brachten ihre Schiffe selbst auf Grund, um eine Eroberung durch die Sowjets zu verhindern. Die Wracks liegen seitdem in der Donau und werden nur bei extremem Niedrigwasser sichtbar.

Die Freilegung der Wracks zieht nicht nur Schaulustige an, sondern auch Historiker und Touristen. Die Region um das Eiserne Tor ist für ihre landschaftliche Schönheit bekannt, und die Wracks bieten eine makabre Attraktion. Gleichzeitig mahnen Experten, dass die Wracks eine Gefahr für die Schifffahrt darstellen und dringend geborgen werden müssen.

EU-Programm zur Bergung

Die Europäische Union hat ein Programm aufgelegt, um die gefährlichsten Wracks zu entfernen. Ziel ist es, die Donau als wichtige Wasserstraße zu sichern und die Umwelt zu schützen. Die Bergung ist jedoch aufwendig und teuer, da die Wracks teilweise tief im Schlamm liegen und stark korrodiert sind.

Bislang wurden 7 der 21 priorisierten Wracks geborgen. Die Arbeiten sollen in den kommenden Jahren fortgesetzt werden, um die Schifffahrt auf der Donau auch bei Niedrigwasser zuverlässig zu gewährleisten. Die Wracks sind nicht nur ein Hindernis, sondern auch eine potenzielle Gefahr für die Umwelt, da sie Öl und andere Schadstoffe enthalten können.

Die aktuelle Hitzewelle in Europa hat nicht nur in Serbien zu Niedrigwasser geführt, sondern auch in anderen Ländern wie Österreich und Deutschland. Der Rhein ist ebenfalls von sinkenden Wasserständen betroffen, was Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Spritpreise haben kann. Die Freilegung der Wracks in der Donau ist ein sichtbares Zeichen der Klimaveränderung und der damit verbundenen Extremwetterereignisse.

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