Gunnar Schupelius: Der öffentliche Dienst ist zu teuer und muss reformiert werden
Die Gewerkschaft Verdi führt Warnstreiks im öffentlichen Dienst durch und fordert höhere Löhne bei gleichzeitiger Verkürzung der Arbeitszeit. Gunnar Schupelius hat mit seiner mehrfachen Kritik an diesem Arbeitskampf und dem jüngsten Tarifabschluss eine Welle der Empörung ausgelöst. Viele Leser, die selbst im öffentlichen Dienst tätig sind, werfen ihm vor, Hass auf die Beschäftigten des Bundes und der Länder zu schüren. Schupelius betont jedoch, dass es ihm ausschließlich um Gerechtigkeit auf dem Arbeitsmarkt und die Frage der Bezahlbarkeit geht.
Die vierfachen Vorteile im öffentlichen Dienst
Schupelius macht geltend, dass Beschäftigte im öffentlichen Dienst vier entscheidende Vorteile gegenüber Angestellten in der Privatwirtschaft haben:
- Sie sind praktisch unkündbar und genießen einen besonderen Kündigungsschutz.
- Sie erhalten eine Betriebsrente durch die Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL).
- Sie haben eine starke Gewerkschaft wie Verdi, die regelmäßig zu Streiks aufrufen kann.
- Ihr Arbeitgeber sind die Landesregierungen, die aus wahltaktischen Gründen häufig nachgeben.
Diese Vorteile werden nach Ansicht von Schupelius oft verschwiegen, wenn Verdi über angeblich schlechte Arbeitsbedingungen klagt.
Unterschiedliche Arbeitsbelastung in verschiedenen Behörden
Schupelius räumt ein, dass es im öffentlichen Dienst durchaus anspruchsvolle Berufe gibt, die harte Arbeit erfordern. Dazu zählen beispielsweise Polizeibeamte, Mitarbeiter im Gesundheitswesen und im Justizvollzugsdienst. Gleichzeitig gibt es aber auch Behörden, in denen zu wenig gearbeitet wird oder die sogar überflüssig sind.
In Berlin existieren doppelte Strukturen auf Senats- und Bezirksebene, was zu unnötigen Kosten führt. Auch auf Bundesebene gibt es redundante Behörden, wie das Beispiel des Umweltbundesamtes und des Bundesumweltministeriums zeigt, die teilweise identische Aufgaben wahrnehmen oder vernachlässigen.
Drastische Stellenreduktion notwendig
Die Zahl der Planstellen in aufgeblähten und überflüssigen Behörden nimmt kontinuierlich zu. Schupelius argumentiert, dass sich Deutschland diesen öffentlichen Dienst nicht mehr leisten kann. Er fordert eine drastische Reduzierung der Verwaltungsstellen, ähnlich wie es die Präsidenten Donald Trump in den USA und Javier Milei in Argentinien umgesetzt haben.
Der Staat sei nicht deshalb finanziell angeschlagen, weil er zu wenig Geld einnehme, sondern weil er zu viel ausgebe – hauptsächlich für übermäßiges Personal. Statt sich auf die Wunschliste von Verdi zu konzentrieren, müsse die Frage im Mittelpunkt stehen, welche Forderungen überhaupt erfüllbar sind.
Schupelius stellt abschließend zur Diskussion, ob seine Analyse zutreffend ist, und lädt zur Meinungsäußerung ein.



