Thüringer Rentner im Job: Über 33.000 Senioren arbeiten weiterhin
Der Ruhestand bedeutet für viele Thüringer längst nicht mehr das Ende des Berufslebens. Ob als Fahrer, im Büro oder bei der Reinigung – Rentnerinnen und Rentner packen im Freistaat weiter kräftig an. Nach aktuellen Angaben der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit waren im vergangenen Jahr rund 33.500 Frauen und Männer im Rentenalter sozialversicherungspflichtig oder geringfügig beschäftigt.
Stetiger Anstieg der arbeitenden Rentner
Dieser Wert entspricht einem bemerkenswerten Anteil von 3,8 Prozent an allen Beschäftigten in Thüringen und liegt damit exakt auf dem Bundesniveau. Innerhalb eines Jahrzehnts hat sich die Zahl der arbeitenden Rentner im Freistaat deutlich erhöht. Im Jahr 2015 waren noch etwa 11.800 Menschen weniger im Rentenalter erwerbstätig. Mit dem allmählichen Eintritt der geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand wird erwartet, dass die Zahl der arbeitenden Rentnerinnen und Rentner in den kommenden Jahren weiter ansteigen wird.
Geschlechterverteilung und typische Tätigkeitsfelder
Von den 33.500 Erwerbstätigen im Rentenalter waren 18.900 Männer. Die große Mehrheit von ihnen – genau 14.600 – arbeitete in einem Minijob. Besonders häufig waren sie als Fahrer, in der Lagerwirtschaft, bei Zustelldiensten sowie in der Gebäudetechnik oder im Objektschutz tätig. Diese Bereiche bieten oft flexible Arbeitszeiten und körperlich weniger anstrengende Aufgaben.
Bei den Frauen gingen 14.600 einer Beschäftigung nach, davon 12.100 in Minijobs. Sie arbeiteten vor allem in Büros und Sekretariaten, in der Reinigung oder in der Erziehung und Sozialarbeit. Diese Berufsfelder nutzen häufig die langjährige Erfahrung und soziale Kompetenzen der Seniorinnen.
Motive für die Weiterarbeit im Ruhestand
Nach einer Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung ist Erwerbstätigkeit im Ruhestand heute deutlich weiter verbreitet als noch vor dreißig Jahren. Viele Rentnerinnen und Rentner nennen soziale und persönliche Motive als Hauptgrund – etwa die Freude an der Arbeit oder den Wunsch, weiterhin gebraucht zu werden und gesellschaftlich aktiv zu bleiben.
Allerdings spielt auch das Geld eine nicht zu unterschätzende Rolle: Mehr als zwei Fünftel der Befragten – insbesondere bei geringfügig Beschäftigten – gaben an, aus finanziellen Gründen weiterzuarbeiten. Unter den nicht erwerbstätigen Ruheständlern sieht gut ein Fünftel das fehlende Angebot passender Stellen als Hauptgrund für ihre Inaktivität.
Unterstützung für Betriebe und Fachkräftesicherung
Die Arbeitsmarktexperten sehen in älteren Beschäftigten eine wichtige Stütze für Unternehmen. „Ältere Beschäftigte leisten mit ihrer langjährigen Erfahrung und ihrem fundierten Fachwissen einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des Fachkräftebedarfs“, erklärte Markus Behrens, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt–Thüringen.
Betriebe werden mit spezialisierten Beratungsangeboten unterstützt, um Arbeitsplätze ergonomisch und technisch anzupassen oder körperliche Einschränkungen auszugleichen. Durch solche Maßnahmen kann die Arbeitsfähigkeit älterer Beschäftigter erhalten und ihre Teilhabe am Arbeitsleben langfristig gesichert werden. Diese Anpassungen sind besonders wichtig, um die wertvolle Erfahrung der Rentnergeneration optimal nutzen zu können.



