Brückensprengung auf der A45: 160 Kilo Sprengstoff bringen Betonkoloss zu Fall
Wenden (NRW) – Mit einem gewaltigen Knall ist am Sonntagmorgen um 8.02 Uhr die erste Hälfte der Talbrücke Ottfingen auf der Autobahn 45 gesprengt worden. 160 Kilogramm Sprengstoff, verteilt auf 530 Bohrlöcher und verbunden mit rund 900 Metern Zündschnüren, ließen den Betonkoloss aus dem Jahr 1971 etwa 30 Meter tief senkrecht nach unten stürzen. Die Autobahn GmbH des Bundes hatte die Sprengung früh am Morgen angesetzt, um den erwarteten Ferienverkehr in Nordrhein-Westfalen möglichst wenig zu beeinträchtigen.
Vollsperrung zwischen Olpe-Süd und Freudenberg bis Mittag
Seit 6 Uhr ist die A45 zwischen den Anschlussstellen Olpe-Süd und Freudenberg in beide Fahrtrichtungen voll gesperrt. Die Autobahn GmbH hofft, die Strecke gegen Mittag wieder freigeben zu können. Für Urlauber, die vom Ruhrgebiet ins Rhein-Main-Gebiet in die Sommerferien starten, bedeutet das eine erhebliche Beeinträchtigung auf dieser wichtigen Nord-Süd-Achse. Während der Bauzeit wird der Verkehr über die zweite Brückenhälfte geführt, die vorerst stehen bleibt. Die Sprengung schafft Platz für den geplanten Neubau der Talbrücke.
Spektakel nur aus der Ferne zu beobachten
Schaulustige konnten das Ereignis nur aus sicherer Entfernung verfolgen. Laut Autobahn GmbH gab es abseits der Sicherheitszone keinen Standort mit freier Sicht auf die komplette Brücke. Die insgesamt 235 Meter lange Talbrücke Ottfingen war aufgrund gestiegenen Verkehrsaufkommens und schwererer Lkw marode geworden. Sie ist Teil der sogenannten Sauerlandlinie von Dortmund nach Frankfurt, auf der insgesamt 60 Großbrücken schrittweise erneuert werden müssen.
Hintergrund: Sanierungsstau auf der Sauerlandlinie
Die Talbrücke Ottfingen stammt aus dem Jahr 1971 und war wie viele andere Brücken der Strecke nicht mehr für die heutigen Belastungen ausgelegt. Von den 60 Großbrücken sind inzwischen zwölf neu gebaut, zwölf weitere befinden sich im Bau. Ein prominentes Beispiel ist die Talbrücke Rahmede, die Ende 2021 wegen Einsturzgefahr gesperrt und später komplett gesprengt wurde. Seit 2025 fließt der Verkehr bei Lüdenscheid wieder über die erste Brückenhälfte. Die Autobahn GmbH arbeitet daran, die gesamte Strecke zukunftsfähig zu machen.



