Amanjena in Marrakesch: Luxus-Resort zwischen Stille und Atlasgebirge
Amanjena Marrakesch: Luxus-Resort zwischen Stille und Atlas

Das Amanjena in Marrakesch bietet mehr als nur Ultra-Luxus: Es ist ein Ort der Stille und Gelassenheit, eingebettet zwischen Palmenhainen, Atlasgebirge und Agafay-Wüste. Der Autor Carsten K. Rath beschreibt seine Erfahrungen in diesem Resort der Aman-Gruppe, das sich durch reduzierte Architektur, großzügige Räume und eine besondere Gastgeberkultur auszeichnet.

Ankunft in Marrakesch: Effizienz und Freundlichkeit

Die Ankunft am Flughafen Marrakesch verläuft überraschend reibungslos. Dutzende Beamte sorgen für eine schnelle Passkontrolle, das Gepäck folgt etwas gemächlicher. Vor dem Flughafengebäude empfängt Dunya, eine Mitarbeiterin des Amanjena, den Autor mit einem strahlenden Lächeln. Die Formalitäten erledigt sie in wenigen Minuten, der Weg führt durch einen VIP-Ausgang direkt in die Stadt.

Das Amanjena: Architektur und Atmosphäre

Nur wenige Minuten außerhalb der Stadt liegt das Amanjena, eingebettet in Palmenhaine mit weitem Blick auf das Atlasgebirge. Die ocker-terrakottafarbene Architektur nimmt die Region auf, übersetzt sie jedoch in eine eigene, zurückhaltendere Sprache. Große Bögen, Wasserflächen und lange Sichtachsen strukturieren das Resort. Die Materialien – warme Erdtöne, Naturstein, dunkles Holz – wirken wie eine Fortsetzung der Landschaft im Inneren. Geräusche sind gedämpft: Schritte auf Stein, leises Plätschern der Wasserbecken, Rascheln der Palmen im Wind.

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Das Haus gehört zu Aman Resorts, einer internationalen Ultra-Luxushotelgruppe mit Sitz in Zug, Schweiz, die 36 Hotels, Resorts und Privatresidenzen in 20 Ländern betreibt. Der Luxus ist zurückgenommen, präzise und fast unsichtbar inszeniert – über Raum und Rhythmus definiert.

Marrakesch aus einer anderen Perspektive

Marrakesch ist nur wenige Minuten entfernt und doch eine andere Welt. Der Autor schlendert durch Souks, Werkstätten und Paläste, vorbei am kunstvoll verzierten Stadttor Bab Agnaou, durch die Ruinen des El-Badi-Palastes bis zum Bahia-Palast. Besonders eindrücklich sind die kleinen Werkstätten, stillen Höfe und Gassen, in denen das Leben unaufgeregt weiterläuft.

General Manager Tim Weiland beschreibt die Philosophie: Es gehe darum, Orte zu zeigen, die nicht auf der touristischen Landkarte stehen. Er selbst begleitet Gäste bei Ausflügen – eine Seltenheit in der Luxushotellerie. Weiland führt den Autor an einen Ort, den er „Secret Valley“ nennt: eine verfallene Festungsanlage mit weitem Blick über die Ebene bis zur Roten Stadt. „Ich nehme Gäste nur dorthin mit, wenn ich selbst dabei bin. Kein Handy, keine Fotos“, sagt Weiland. Es gehe darum, einen Moment zu schützen, nicht ihn zu verbreiten.

Ein Abend in der Agafay-Wüste

Am letzten Abend lädt Weiland zum Dinner in der Agafay-Wüste. Die karge, fast mondartige Landschaft aus Stein und Staub wirkt monumental. Das Dinner ist schlicht inszeniert: ein langer Tisch im Freien, Kerzenlicht, Teppiche auf dem Boden, Laternen. Serviert wird leichte, marokkanisch inspirierte Küche. Mit Sonnenuntergang verändert sich die Farbe des Bodens von Ocker über Grau zu tiefem Schwarzblau. Am Ende bleibt Stille – kein Programmpunkt, keine Dramaturgie.

Reduktion statt Exklusivität

Die Räume im Amanjena sind großzügig, aber nie überladen. Der Autor bewohnt ein 300 Quadratmeter großes Zimmer mit klaren Linien, warmen Materialien und viel Luft zwischen den Dingen. Im Zentrum steht die Idee der Reduktion. Die Architektur verschmilzt mit der Landschaft, Wasserflächen spiegeln das Licht, Palmen strukturieren das Gelände wie natürliche Wegweiser.

Ein besonders eindrücklicher Moment ereignet sich in einem Berberdorf im Atlasgebirge, anderthalb Stunden vom Resort entfernt. Oben öffnet sich eine Welt ohne Attraktionen: einfache Häuser, freilaufende Hühner, Couscous, Gemüse, Lamm und herzliche Gastfreundschaft. Der Autor sitzt über dem Tal, blickt zu einem alten jüdischen Friedhof und hört Geschichten vom jahrhundertelangen Zusammenleben von Juden, Christen und Muslimen.

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Praktische Informationen

Das Amanjena Marrakesch liegt etwa 15 Minuten von der Medina entfernt, Richtung Palmenhaine und Atlasgebirge. Beste Reisezeit sind März bis Mai und September bis November mit angenehm warmen Temperaturen. Der Flughafen Marrakesch Menara (RAK) ist etwa 15 bis 25 Minuten entfernt. Die Preise für Zimmer, Pavillons oder Suiten beginnen bei etwa 1.000 bis 2.500 Euro pro Nacht, je nach Saison und Kategorie. Ausflüge werden individuell organisiert und separat berechnet.

Besondere Empfehlung: Der Jardin Majorelle am frühen Morgen – dann entfaltet der Garten eine fast meditative Atmosphäre mit tiefem Majorelle-Blau und exotischen Pflanzen. Direkt angrenzend befindet sich das Yves Saint Laurent Museum.

Carsten K. Rath bewertet das Amanjena mit der Note 1: „Ganz großes Kino“. Er ist ehemaliger Grandhotelier und Betreiber des Rankings die-101-besten.com. Alle von ihm für ntv beschriebenen Hotels bereist er auf eigene Rechnung.