BMW testet humanoide Roboter in Leipziger Produktion: KI-gesteuerte Helfer für Automobilfertigung
BMW testet humanoide Roboter in Leipzig für Automobilproduktion

BMW erprobt humanoide Roboter in Leipziger Automobilfertigung

Der Automobilkonzern BMW testet aktuell menschenähnliche Roboter in seiner Produktionsstätte in Leipzig. Erste Versuche mit den humanoiden Maschinen begannen bereits im Dezember vergangenen Jahres, wie das Unternehmen nun bekannt gab. Nach einem weiteren Testlauf im April soll im Sommer ein umfangreiches Pilotprojekt mit einer einstelligen Anzahl von Robotern des Herstellers Hexagon Robotics starten.

Schrittweise Integration in bestehende Produktionssysteme

BMW plant in mehreren Etappen, die Einsatzmöglichkeiten und Praxistauglichkeit der menschenähnlichen Maschinen systematisch zu evaluieren. „Pilotprojekte helfen uns dabei, den Einsatz von Physical AI – also KI-gestützten, lernfähigen Robotern – unter realen industriellen Bedingungen zu erproben und weiterzuentwickeln“, erklärt Michael Nikolaides von BMW. Das übergeordnete Ziel besteht darin, humanoide Robotik in die bestehende Serienproduktion von Automobilen zu integrieren und zusätzliche Anwendungsbereiche in der Batteriefertigung sowie der Komponentenproduktion zu erkunden.

Vorerfahrungen aus US-Produktionswerk

Es handelt sich nicht um den ersten Einsatz künstlicher Intelligenz bei dem Münchner Automobilhersteller. In ihrem amerikanischen Werk in Spartanburg setzte BMW bereits zwei Roboter des Anbieters Figure AI über einen Zeitraum von zehn Monaten ein. Diese Maschinen entnahmen und positionierten Blechteile für Schweißprozesse an annähernd 30.000 Fahrzeugen. BMW bewertet diesen Einsatz als echten Mehrwert unter realen Produktionsbedingungen und nutzt die gewonnenen Erkenntnisse für die aktuellen Tests in Leipzig.

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Technische Spezifikationen und Sicherheitsvorkehrungen

Der in Leipzig eingesetzte Roboter bewegt sich auf zwei Beinen fort und verfügt über eine Körpergröße von 1,65 Metern bei einem Gewicht von 60 Kilogramm. Die integrierte Batterie ermöglicht einen Betrieb von etwa drei Stunden, wobei der Roboter in der Lage ist, seine Energiequellen eigenständig auszutauschen. Trotz einer moderaten Geschwindigkeit von 2,5 Metern pro Sekunde werden die humanoiden Maschinen gegenwärtig aus Sicherheitsgründen in abgetrennten Bereichen der Produktionshalle eingesetzt.

Fokus auf multifunktionale Nutzung und Arbeitserleichterung

„Dieses Jahr richten wir den Fokus auf die schrittweise Integration in unser Produktionssystem, um vielfältige Einsatzmöglichkeiten zu erproben“, erläutert Michael Ströbel von BMW. „Im Mittelpunkt steht dabei die Erforschung der multifunktionalen Nutzung des Roboters in verschiedenen Produktionsbereichen wie der Batteriefertigung für Energiemodule sowie in der Komponentenfertigung für Exterieur-Teile.“ Laut Unternehmensangaben sollen die Roboter primär unangenehme oder gefährliche Tätigkeiten übernehmen, wobei ein Stellenabbau nicht vorgesehen ist.

Kostenfaktor und zukünftige Perspektiven

Derzeit stellen die humanoiden Roboter noch eine beträchtliche finanzielle Investition dar. Arnaud Robert, Präsident von Hexagon Robotics, vermied zwar konkrete Zahlenangaben, verwies jedoch auf einen sechsstelligen Preisbereich pro Einheit. Die langfristige Vision von BMW sieht vor, durch den Einsatz dieser fortschrittlichen Technologie die Effizienz in der Automobilproduktion zu steigern und gleichzeitig die Arbeitsbedingungen für menschliche Mitarbeiter zu verbessern.

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