BYD tritt längst nicht mehr als exotischer Herausforderer auf, sondern als ernst zu nehmender Euro-Wettbewerber mit klarer Mission: mitspielen, bitte. Und zwar nicht irgendwo, sondern mitten im Feld. Der Anspruch ist gewachsen.
Selbstbewusster Auftritt
Schon optisch macht der Dolphin G keinen Hehl daraus. Breiter Stand, selbstbewusste Linie, ein Auftreten, das nicht fragt, sondern behauptet. Das wirkt selbstbewusst – und so präsentiert sich das Auto im strahlenden Serienfarbton Orange Sunset auch.
Wichtiger ist aber, ob sich dieses Selbstbewusstsein auch bei den Kunden durchsetzt. Souverän wirkt der Dolphin G DM-i bereits: Der Antrieb wurde angenehm gelassen abgestimmt, kein hektisches Zerren, kein künstlich aufgeblasener Sportmodus – stattdessen ein ruhiger, entspannter Charakter. Er rollt sauber ab, nimmt sich Unebenheiten ordentlich vor und wirkt dabei insgesamt souverän, ohne große Allüren.
Schlaglöcher und Flickstellen bringen den BYD kaum aus der Ruhe. Er bleibt gelassen, komfortabel, und wirkt dabei deutlich reifer, als seine Fahrzeugklasse vermuten lässt.
Lenkung mit Luft nach oben
Etwas zu unauffällig wirkt dagegen die Lenkung: Die macht ihren Job, mehr nicht. Hier hätten wir uns etwas mehr Rückmeldung gewünscht. Allerdings: Die Kurvenjagd stand wohl nie im Lastenheft. Eher das unbeschwerte Funktionieren – und das klappt sehr gut. Unaufgeregt, berechenbar und vor allem alltagstauglich.
Innenraum mit frischen Ideen
Im Innenraum setzt sich dieser Eindruck fort. Alles wirkt modern, klar, hier und da mit einem Hang zum großen Auftritt. Das ist manchmal einen Tick verspielt, bringt aber gleichzeitig genau das Gefühl mit, das viele Käufer erwarten: ein bisschen neu, ein bisschen anders, ein bisschen Zukunft. Intuitive Bedienung? Ja, weitestgehend – auch wenn nicht jede Lösung auf Anhieb ideal erscheint.
Preis und Einordnung
Am Ende bleibt hängen: BYD versucht mit dem Dolphin G DM-i nicht mehr, über einzelne Highlights zu begeistern, sondern über ein geschliffenes, stimmiges Gesamtbild. Und das wirkt erstaunlich gelungen. Preislich geht es bei 28.990 Euro für die „Active“ genannte Basisvariante los – dann allerdings mit der kleineren 7,4-kWh-Batterie und 129 kW Systemleistung. Die von AUTO BILD gefahrene Comfort-Ausstattung mit 18,3-kWh-Akku und 156 kW Systemleistung ist zwar deutlich besser ausgestattet, schlägt aber bereits mit 33.490 Euro zu Buche.
Ganz angekommen ist BYD gewiss noch nicht. Aber viel näher dran, als man es vor kurzer Zeit noch erwartet hätte. Wir freuen uns auf den ersten ausführlichen Test.



