Bundeswehr-Hubschrauber CH47: Kosten steigen um 631 Millionen Euro
CH47-Hubschrauber: Kostenexplosion von 631 Millionen Euro

Kostenexplosion bei CH47-Hubschraubern: 631 Millionen Euro mehr

Die Bundeswehr steht vor einer weiteren Kostensteigerung bei der Beschaffung neuer Transporthubschrauber. Nach SPIEGEL-Informationen verteuern sich die 60 in den USA bestellten CH47-Helikopter um 631 Millionen Euro. Der Gesamtpreis steigt damit auf rund 7,187 Milliarden Euro. Das Verteidigungsministerium unterrichtete die Haushälter des Bundestags am Freitagabend über die Mehrkosten, die aus dem 100-Milliarden-Sondervermögen finanziert werden.

Boeing verlangt mehr: Zulieferer- und Lohnkosten gestiegen

Laut Ministerium gehen die Mehrkosten auf höhere Preise des Herstellers Boeing zurück. Das US-Unternehmen macht 360 Millionen Dollar zusätzlich wegen gestiegener Zuliefererkosten, rund 230 Millionen Dollar wegen Lohnkostensteigerungen und 29 Millionen Dollar für Konfigurations- und Integrationsanpassungen geltend. Die Bundeswehr habe keine zusätzlichen Ausstattungswünsche gehabt.

Preisumwandlung statt Schätzpreis

In dem Bericht betont das Wehrressort, dass solche Steigerungen normal seien. Das 2022 genannte Budget sei lediglich ein „Schätzpreis“ gewesen. Nun, vor Abschluss des finalen Vertrags, finde eine „Preisumwandlung“ statt, die auch als „Preisfortschreibung“ bezeichnet wird. Die Steigerung von über 10 Prozent zeigt, dass auch „Foreign Military Sales“ zwischen Regierungen nicht vor Preiserhöhungen der Industrie gefeit sind.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Keine Alternative: Vertragsbedingte Akzeptanz

Laut erstem Vorvertrag ist Deutschland verpflichtet, die höheren Preise zu akzeptieren. Im Bericht heißt es: „Die Akzeptanz der Erhöhung des Budgetrahmens ist Voraussetzung für den noch zu schließenden Hauptvertrag zwischen der US-Regierung und Boeing.“ Würde Berlin ablehnen, käme der Vertrag nicht zustande und Deutschland bekäme die 60 Helikopter nicht.

Erste Auslieferung 2027 – Ablösung der CH53

Die ersten CH47-Helikopter sollen 2027 bei der Bundeswehr ankommen und die altersschwachen CH53 ersetzen. Die Kostensteigerung ist ein weiterer Dämpfer für die Modernisierung der Bundeswehr. Erst vor wenigen Tagen musste Minister Pistorius die Beschaffung neuer Fregatten stoppen, weil die Kosten völlig aus dem Ruder gelaufen waren. Nun sollen kleinere Fregatten gekauft werden, die bereits an andere Staaten verkauft wurden.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration