Der russische Machthaber Wladimir Putin feierte am Freitag die angebliche Eroberung der strategisch wichtigen ostukrainischen Stadt Kostjantyniwka – eine der vier „Festungsstädte“ im Donbass. Doch das US-Institut für Kriegsstudien (ISW) fand dafür keine Belege, und das ukrainische Militär meldete weiterhin Gefechte. Präsident Wolodymyr Selenskyj reagierte mit einer bissigen Einladung.
Selenskyjs spöttische Einladung
„Wenn Kostjantyniwka derzeit unter russischer Kontrolle stünde, hätte Putin dort wohl kein Problem damit, sich mit mir zu treffen und diplomatische Lösungen zu finden“, schrieb Selenskyj auf Telegram. Er warf Putin vor, eine zeitlich bewusst platzierte Lüge verbreitet zu haben, die auch für US-Präsident Donald Trump gedacht sei. Putin versuche, Trump durch die vermeintliche Eroberung von der Unausweichlichkeit eines russischen Sieges zu überzeugen, so Selenskyj.
ISW: Keine Belege für russische Kontrolle
Das ISW teilte mit, dass es keine Hinweise auf eine russische Eroberung Kostjantyniwkas gebe. Die russische Behauptung ziele darauf ab, die westliche Berichterstattung zu beeinflussen. Beide Seiten im Krieg – die demokratische Ukraine und das autoritär geführte Russland – hätten ein Interesse daran, den US-Präsidenten durch Erfolgsmeldungen auf ihre Seite zu ziehen. Für Putins Regime seien Lügen jedoch eine zentrale Maßnahme des Machterhalts.
Selenskyj bietet wiederholt Treffen an
Selenskyj hat Putin in letzter Zeit mehrfach ein persönliches Treffen zur Beendigung des Konflikts angeboten. Der Kreml-Chef zeigt jedoch keine Kompromissbereitschaft. Die aktuelle Reaktion erinnert an einen ähnlichen Fall im Dezember 2025, als Russland die Eroberung von Kupjansk meldete. Selenskyj fuhr damals an den Stadtrand und nahm ein Video seines unbehelligten Besuchs auf.



