Die deutsche Fluggesellschaft Condor sucht neue Eigentümer und schließt dabei auch Interessenten aus der Golfregion nicht aus. Das machte Condor-Chef Peter Gerber in einem Interview mit dem Magazin „Stern“ deutlich. Der staatlich gestützte Ferienflieger steht vor einer ungewissen Zukunft, nachdem die Lufthansa aus wettbewerbsrechtlichen Gründen als Käufer ausscheidet.
Condor-Chef nennt mögliche Käufer
„Natürlich muss man kein Prophet sein, um zu sagen, dass sich Condor wahrscheinlich an einem größeren Konglomerat andocken wird“, sagte Gerber. Als mögliche Kandidaten nannte er unter anderem Airlines wie Emirates, Etihad oder Qatar Airways. „Das sind ebenfalls starke Anbieter, die sich nach den Erfahrungen mit den USA im Irankrieg vielleicht weniger abhängig vom Heimatmarkt machen wollen und auch offen für Partner aus anderen Regionen sein könnten“, so Gerber. Auch Turkish Airways sei ein Anbieter, der in Europa wachsen wolle.
Staatlicher Anteil soll verkauft werden
Condor musste in der Corona-Krise mit einem staatlichen Kredit in Millionenhöhe gestützt werden und befindet sich seitdem zu 49 Prozent in staatlicher Hand. Der Staat will diesen Anteil wieder veräußern. Weitere 51 Prozent gehören dem britischen Finanzinvestor Attestor, der 2021 bei Condor eingestiegen war. Die Suche nach einem neuen Eigentümer läuft bereits, und Gerber zeigt sich offen für verschiedene Optionen.
Auswirkungen auf den Luftverkehrsmarkt
Ein Verkauf an eine Golf-Airline könnte den europäischen Luftverkehrsmarkt verändern. Condor ist als Ferienflieger auf Strecken in den Mittelmeerraum, nach Nordamerika und Afrika spezialisiert. Ein Einstieg von Emirates, Etihad oder Qatar Airways würde Condor Zugang zu deren globalen Netzwerken verschaffen. Gleichzeitig könnte es zu einer verstärkten Konkurrenz für andere europäische Airlines kommen. Die Gespräche mit potenziellen Investoren sind noch nicht abgeschlossen, und eine endgültige Entscheidung steht noch aus.



